18 Jahre ohne Derby: 1860-Ultras beseitigen Farb-Attacke
- VON OLIVER GRISS
- 03.04.2026 21:31
- 1 Minute Lesezeit
- 10 Kommentare
VON OLIVER GRISS
Seitdem lebt das Münchner Derby vor allem in den Erinnerungen weiter. An Münchens Stammtischen werden die alten Geschichten erzählt, während an der Grünwalder Straße 114 niemand in Sicht ist, der diese Tradition sportlich neu entfachen kann. Weit und breit kein Karl-Heinz Wildmoser, der das Thema antreibt.
Stattdessen verlagert sich die Rivalität zunehmend auf die Straße. Fans beider Lager markieren ihre Reviere, seit Jahren herrscht ein Farbenkrieg zwischen Blau und Rot. Zuletzt sollen Bayern-Ultras das Trainingsgelände der Löwen attackiert und die mit Graffiti verzierten Wände am Parkplatz mit roter Farbe beschmiert haben. Um die beschädigte Steinmauer wiederherzustellen, wurde im Internet Geld gesammelt. Seit wenigen Tagen strahlt sie wieder – mit Schriftzug “Sechzig München” und Münchner Kindl. Die Frage bleibt: Wie lange?

Leidtragende dieses Kleinkriegs zwischen Blau und Rot sind oft auch unbeteiligte Hausbesitzer, deren Fassaden regelmäßig beschmiert werden. Gleichzeitig zeigen die Löwen-Ultras aber auch Kreativität: Mit überklebten Wahlplakaten setzten sie zuletzt eigene Akzente. „Wir sagen Ja zur Stadtbild-Verschönerung“ und „A echter Münchner is owwei a Sechzger“ prangt darauf.
Das Motiv: ein kräftiger Löwe mit einer Maß Bier – unter dem Tisch ein ausgeknockter Bayern-Fan. Die klare Botschaft: Der Blaue hält mehr aus als der Rote.






