"Sechzig hat ihm viel zu verdanken!": Der große Wettberg ist tot
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 29.03.2026 15:57
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der Klub verliert mit Karsten Wettberg einen seiner größten Trainer. Der Kultcoach der Löwen ist am Sonntagnachmittag nach langer Krankheit im Alter von 84 Jahren friedlich eingeschlafen – das erfuhr db24 aus dem direkten Umfeld des Königs von Giesing. „Er hatte so viele Fans, das war Wahnsinn – nach diesem Aufstieg 1991. Das hat alle elektrisiert. Dass Wettberg von uns gegangen ist, das tut mir wahnsinnig leid. Er hat Geschichte bei 1860 geschrieben“, erklärte Löwen-Ikone Fredi Heiß wenige Stunden nach Wettbergs Ableben gegenüber db24: „Karsten hatte alles für Sechzig gegeben. Er war eine Faninstitution. Er war der Liebling von allen. Er war ein richtiger Sechzger. Er ist dem Verein immer treu geblieben. Er war immer ein toller Gesprächspartner. Schade drum. Karsten hätte alles für Sechzig getan…“

Erst im letzten Jahr mussten sich die Löwen für immer von Werner Lorant verabschieden. Der zweimalige Aufstiegstrainer (1993 und 1994) verstarb im Alter von 76 Jahren in Wasserburg. Jetzt folgt ihm Wettberg in den Himmel.

Um Wettberg wurde es zuletzt ruhiger und ruhiger. Er war in den letzten Monaten auch nicht mehr auf Giesings Höhen zu sehen. Er war gesundheitlich schwer angeschlagen. Er starb in seinem Heimatort Elsendorf. “Ich habe es befürchtet, dass es ihm schlecht geht. Ich habe ihn in den letzten Monaten nicht mehr telefonisch erreicht. Mit ihm geht ein großer Löwe”, sagte der einstige Kultstürmer Olaf Bodden am Sonntagnachmittag gegenüber db24: “Er war doch eigentlich gesund. Karsten war ein toller Typ, der auch immer an die Menschen gedacht hat, denen es nicht so gut ging.” Wettberg engagierte sich auch für Olaf Boddens Leidensgeschichte. Dabei wird der Ex-Stürmer eine Geschichte nicht vergessen: “Mit Anfang 80 hat er mich besucht und vor mir 100 Liegestützen gemacht - da hast du nur gestaunt. Mein Freund Stefan Brasas, der einst Profifußballer war, hatte gegen Karsten keine Chance.” Allesfahrer Roman Wöll ist entsetzt und tieftraurig: “Damit habe ich nicht gerechnet, dass Karsten schon von uns geht. In der Vorrunde war Wettberg noch im Stadion. Man musste die Vermutung haben, dass es ihm nicht mehr so gut geht. Wettberg war nicht nur einer der erfolgreichsten Löwen-Trainer, sondern für mich auch ein Freund. Und er war ein Supermensch.”

Der ehemalige Kultverteidiger Thomas Miller zu db24: “Karsten war eine Legende der Löwen. Super Mesch, hervorragender Trainer. Er war ein toller Typ. Ich habe ihm sehr viel zu verdanken, aber auch Sechzig.” Wettberg kämpfte über viele Jahre für ein besseres Sechzig, für einen anständigen Umgang mit Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik. Er wurde am Ende nur noch belächelt. Er nimmt das mit ins Grab.

Erst vor einer Woche war völlig überraschend sein ehemaliger Co-Trainer bei der SpVgg Landshut, Helmut Wirth, verstorben.

Wettberg führte die Löwen nicht nur in den Profifußball zurück, sondern sorgte für einen vereinsinternen Rekord - 54 Spiele in Folge blieb er saisonübergreifend beim TSV 1860 ohne Niederlage. “Diese Serie wird für immer bestehen bleiben”, erklärte der ehemalige Postbeamte vor einigen Jahren im Gespräch mit db24. Wettberg wird vermutlich recht behalten…






