Die Löwen und der Toto-Pokal: Große Chance oder Trostveranstaltung?
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 27.03.2026 07:53
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Im Jahr 2020 gewann 1860 letztmals den Toto-Pokal.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Und doch könnte dieser Wettbewerb dem TSV 1860 München einen Weg zeigen, der in den letzten Jahren nur selten gegangen werden konnte: den Einzug in die DFB-Pokal-Hauptrunde – gleichzusetzen mit einer ordentlichen Finanzspritze. 211.886 Euro gab’s in dieser Saison für die erste Runde. Es ist davon auszugehen, dass diese Summe leicht angehoben wird. Zumindest könnten damit schon einmal die Pyro-Kosten für eine Saison getragen werden – und ein Winter-Trainingslager ist on top auch noch drin.
db24 zeigt vor dem Halbfinal-Spiel in Regensburg (Samstag, 14 Uhr, db24-Ticker) in der folgenden Übersicht auf, in welchen Duellen der TSV 1860 in den vergangenen Jahren jeweils gescheitert ist:
2024/2025: Der TSV 1860 verliert im heimischen Grünwalder Stadion das Derby gegen die SpVgg Unterhaching kläglich mit 1:3 und scheidet im Viertelfinale aus - Torwart Rene Vollath leitet die Niederlage mit einem schweren Patzer ein, als ihm der Ball durch die Finger gleitet und die Kugel anschließend im Netz zappelt. Die Kollegen waren an diesem Tag zudem nicht im Stande, den späteren Drittliga-Absteiger Paroli zu bieten. Die Leistung war unterirdisch.
2023/2024: Die Löwen scheiterten im Viertelfinale am Fünftligisten Pipinsried mit 0:1 - beim Gegentreffer macht Marco Hiller alles andere als eine glückliche Figur. Wenige Wochen später muss Trainer Maurizio Jacobacci gehen. Ihm wurde damals vorgeworfen, dass er im Toto-Pokal nicht auf seine beste Elf vertraut hatte.
2022/2023: Unter Michael Köllner war Endstation im Viertelfinale - an Cup-Sieger FV Illertissen scheiterten die Löwen mit 0:1. Vier Monate später trennte sich der Klub vom Oberpfälzer nach einem 1:2 in der Liga gegen Dynamo Dresden.
2021/2022: Peinlich war auch das Halbfinal-Aus gegen den Regionalligisten TSV Aubstadt. Nach Elfmeterschießen flogen die Löwen raus, nach regulärer Spielzeit hatte es 1:1 gestanden.
2020/2021: In der zweiten Runde warf Türkgücü (mit Rene Vollath) im Münchner Stadtderby Titelverteidiger 1860 raus. Nach 90 Minuten stand ein 0:1 auf der Anzeigetafel.
2019/2020: Im Elfmeterschießen sicherte sich 1860 den Toto-Pokal gegen die Würzburger Kickers. Nach regulärer Spielzeit stand es 1:1, so dass ein Stichkampf vom Punkt aus entscheiden musste, den Fabian Greilinger mit seinem Ausgleichstor in der 90. Minute möglich gemacht hatte.
2018/2019: Über 6.000 Fans sahen die Sensation in Aschaffenburg, als der Regionalligist die favorisierten Löwen mit 3:2 aus dem Halbfinale warf.
2017/2018: Die Löwen hatten als frischgebackener Regionalliga-Meister die DFB-Pokal-Teilnahme bereits in der Tasche und der volle Fokus galt der Aufstiegsrelegation - und so flogen die Giesinger im Halbfinal-Spiel in Bayreuth mit 1:2 aus dem Wettbewerb.
Morgen Nachmittag in Regensburg steht für Trainer Markus Kauczinski und sein Team also mehr auf dem Spiel als nur der Finaleinzug. Es geht um Glaubwürdigkeit, um Moral, um Prestige – und vielleicht auch darum, ob der Toto-Pokal 2026 zum Sprungbrett werden kann.






