VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Wer die wilden 80er Jahre mit den Löwen erlebt hat, kennt ihn noch bestens: Jürgen Korus. Mit seiner blonden Mähne war er einst ein absoluter Publikumsliebling beim TSV 1860. Beim legendären 6:1 über die SpVgg Fürth am Gründonnerstag 1984 gehörte der damals 19-Jährige zu den Hauptprotagonisten. Zweimal ging der frühere Flügelflitzer mit den Löwen in die Aufstiegsrunde, zweimal scheiterte 1860 am Sprung in die 2. Bundesliga.

Vom Fußball kann der heute 61-Jährige bis heute nicht lassen. Korus spielt noch regelmäßig in der Traditionsmannschaft des TSV 1860 – so auch am vergangenen Wochenende beim 6:2-Sieg über Sponsor Grüüün am Trainingsgelände. „Die Traditionsmannschaft bedeutet mir nach wie vor sehr viel. Es ist für mich eine echte Ehre, dabei zu sein – und ganz ehrlich: Fußball macht einfach immer noch riesigen Spaß. Vor allem, wenn man mit ehemaligen, erfolgreichen Löwen-Spielern auf dem Platz stehen darf und alte Weggefährten wiedersieht. Das hat schon etwas Besonderes“, erklärte Korus gegenüber db24.

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Auch den sportlichen Aufwärtstrend der Löwen verfolgt Korus, der von 1982 bis 1989 Teil der ersten Mannschaft war, mit großem Interesse: „Ich habe aktuell ein richtig gutes Gefühl. Ich glaube fest daran, dass jetzt der Zeitpunkt gekommen ist, an dem es wieder deutlich bergauf gehen kann. Der Verein hat so viel Potenzial – und ich spüre eine neue Aufbruchsstimmung.“

Als db24-Tippexperte rechnet Korus für den Drittliga-Hit in Duisburg am Sonntag (16.30 Uhr, db24-Ticker) mit einem 0:0. Angesichts der Heimstärke des MSV wäre das zwar kein schlechtes Ergebnis – für die Löwen im Aufstiegsrennen könnte es allerdings schon zu wenig sein.

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Mit großer Demut blickt Korus auf seine aktive Zeit bei 1860 zurück: „Meine Zeit bei den Löwen in den 80er Jahren war für mich persönlich eine tolle und unvergessliche Phase. Es herrschte eine große Euphorie im Umfeld, wir hatten viele Zuschauer und eine starke Unterstützung.“ So wie beim bereits erwähnten 6:1 gegen Fürth, als 31.700 Fans das Grünwalder Stadion füllten. Korus erinnert sich: „Leider sind wir zweimal in der Aufstiegsrunde gescheitert, was natürlich bitter war. Bei mir persönlich kamen einige Verletzungen dazu.“

Die große Profikarriere blieb Korus trotz ausgezeichneter Anlagen letztlich verwehrt. „Rückblickend muss ich auch sagen, dass vielleicht der allerletzte Biss gefehlt hat, um den ganz großen Durchbruch zu schaffen. Deshalb habe ich relativ früh die Entscheidung getroffen, den Fußball und den Sport insgesamt als das zu sehen, was er im Kern ist: die schönste Nebensache der Welt.“

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Stattdessen konzentrierte sich Korus auf seinen beruflichen Weg – mit Erfolg: „Das war absolut die richtige Entscheidung. Ich konnte mich relativ rasch als Immobilienmakler und Projektentwickler etablieren und bin damit heute sehr zufrieden.“ Und mit einem Augenzwinkern fügt der frühere Löwe hinzu: „Heute nehme ich natürlich besonders gern Immobilienvermarktungen aus dem blauen Umfeld an – auch wenn am Ende selbstverständlich jeder Kunde willkommen ist.“