Mangs Aufstiegsrechnung: "Warum sollen wir da nicht auch die letzten neun Spiele gewinnen?"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 18.03.2026 09:04
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Noch vor ein paar Tagen sprach Präsident Gernot Mang gegenüber der “AZ” von Demut im Aufstiegskampf: “Ball flachhalten und demütig bleiben.” Als die “Unternehmer für 60” dann gestern zu einem Kaberettabend zugunsten des Nachwuchsleistungszentrums einluden, war das offenbar alles schon wieder vergessen. Der Reisinger-Nachfolger machte laut “TZ” seine persönliche Aufstiegsrechnung auf: “Ein Prozent Glück, zwei Prozent Talent, 20 Prozent die Mannschaft und 77 Prozent: nicht aufgeben.” Und dann kommt’s: “Ihr habt fünf Spiele nacheinander gewonnen. Warum sollen wir da nicht auch die letzten neun Spiele gewinnen? Das sind Gegner, die sind machbar.” Die “TZ” fasste das so zusammen: “Ausdrücklich keine Comedynummer, sondern Mangs weißblauer Ernst.”
Wie Löwen-Trainer Markus Kauczinski dreingeschaut hat, als Mang das sagte, ist nicht übermittelt. Man kann sich aber durchaus vorstellen, dass der 56-Jährige im ersten Moment vermutlich leicht gezuckt haben könnte.
Was für die Sechzger spricht: Im Jahr 2026 hat die Kauczinski-Elf erst einmal verloren - mit einer etwas defensiveren Haltung als noch in der vorrunde. Nach dem 0:0 gegen Wiesbaden sagte Kauczinski gestern in einer Presserunde: “Wir müssen Dinge verändern und anpassen. Ich habe gerade das Gefühl, wir sind zu berechenbar.”
Heißt: Der erfahrene Trainer spürt selbst, dass sich die Gegner immer besser auf die veränderten Löwen einstimmen. Kauczinski sagt aber auch: “Wir haben zuletzt 16 von 18 möglichen Punkten geholt. Diese Spielweise hat uns oben herangebracht. Insofern ist es müßig zu sagen, ob eine andere Art und Weise schöner wäre.“ Es helfe nicht, wenn die Löwen 2:4 verlieren und die Fans danach sagen, das Spiel „wäre schön gewesen“.
Alle nach Duisburg: Bist du dabei?
Deshalb geht es nicht um eine Systemrevolution, sondern um gezielten Feinschliff. Kauczinski will die Balance wahren, defensiv stabil bleiben und gleichzeitig offensiv variabler werden „Ich muss alles, was ich nach vorne mache, hinten wieder auffangen”, warnt der 56-Jährige: “Defensiv stehen wir gut. Mich treibt um, wie wir offensiver noch gefährlicher werden können.“ Wie auch immer er das anstellen will. Die Möglichkeiten hat er dazu, der Kader ist gut und breit genug, um Korrekturen zu unternehmen. Eine Möglichkeit: Die linke Seite, die beim 0:0 gegen Wiesbaden zu defensiv agierte, aufpeppen. Übrigens: Gestern feierte U21-Kapitän Xaver Kiefersauer sein Profi-“Trainingsdebüt” - es war eine gute erste Vorstellung.
Unterdessen wächst die Vorfreude auf das richtungsweisende Auswärtsspiel in Duisburg (Sonntag, 16.30 Uhr, db24-Ticker). Für die Partie in der Schauinsland-Reisen-Arena sind bereits rund 19.000 Tickets verkauft, etwa 2.000 davon sollen an Löwen-Fans gehen – trotz der unglücklichen Anstoßzeit eine bemerkenswerte Zahl. Vielleicht lassen sich kurzfristig sogar noch mehr Anhänger von der Reiselust anstecken.






