Albtraum für Tribünen-Löwe Niederlechner: "Das tut mir auch sehr leid für ihn"
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 16.03.2026 09:20
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Am Samstag in zivil im Grünwalder: Florian Niederlechner.
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Es war schlicht kein Platz für ihn: Markus Kauczinski nominierte den früheren Bundesliga-Torjäger nicht – aufgrund des Überangebots im Löwen-Angriff mit Sigurd Haugen, Justin Steinkötter und Patrick Hobsch. Weil der 1860-Trainer prinzipiell nur mit einem Stürmer in der Anfangsformation plant, war für einen weiteren Angreifer kein Platz mehr. Niederlechner wurde kurzerhand gestrichen. Dafür berief Kauczinski Talente wie Damjan Dordan, Lasse Faßmann, Clemens Lippmann oder Loris Husic in den Kader. Eine Ohrfeige für Niederlechner.

Dabei hatte sich seine Ausbootung in der Trainingswoche nicht unbedingt angedeutet, denn der frühere Augsburger versteckte sich in den Einheiten keineswegs. Im Gegenteil: Immer wieder ließ er seine Torgefahr in den öffentlichen Einheiten aufblitzen. Für Kauczinski war das offenbar dennoch nicht genug. „Wir haben etwas in der Ausrichtung verändert“, begründete der 56-Jährige Niederlechners Nichtberücksichtigung: „Auch Justin Steinkötter ist rangerückt, dann hast du auch noch Patrick Hobsch.“ Wie hat Niederlechner auf die Botschaft reagiert? „Er hat es wie jeder andere Spieler aufgenommen. Jeder will dabei sein. Da ist natürlich Enttäuschung da.“
Für den Wahl-Rosenheimer ist die Degradierung zum Tribünen-Löwen ein neuer Tiefpunkt, ein Albtraum bei 1860 München – eine Situation, mit der man als erfahrener Spieler erst einmal umgehen muss. „Das tut mir auch sehr leid für ihn. Das muss man schon sagen: Er hat das Herz am richtigen Fleck, er lebt und liebt den Verein“, zeigte Kapitän Thore Jacobsen in der Halbzeitpause der Partie gegen Wiesbaden am Mikrofon von MagentaSport Mitgefühl mit dem prominenten Löwen.
Jacobsen, der selbst noch auf eine Vertragsverlängerung bei 1860 wartet, hofft auf ein schnelles Niederlechner-Comeback: „Auch er wird wieder wichtig werden, da bin ich mir ganz sicher. Ich glaube, er ist auch Sportsmann genug, dass er es vielleicht heute mal hinnimmt und die richtige Antwort wieder auf dem Platz gibt.“
Niederlechner kommt bei 1860 bislang einfach nicht in Tritt – dabei begann alles wie ein Märchen: Der Angreifer, der in seiner Karriere immer für die Löwen spielen wollte, kehrte im Sommer 2025 neben Kevin Volland an die Grünwalder Straße 114 zurück. Die Euphorie kannte keine Grenzen, der Fanshop boomte – und dann traf Niederlechner gleich zum Liga-Start in Essen zum 1:1-Ausgleich.
Doch dann kam die Wiesn: Niederlechner baute immer weiter ab, verletzte sich dann auch noch und musste sogar auf die Reise ins Trainingslager nach Belek verzichten. Seitdem scheint er bei Kauczinski nicht mehr die besten Karten zu haben, auch weil der Stürmer deutlich an Geschwindigkeit abgebaut hat. Aber wer Niederlechner kennt, weiß: Er war immer ein Kämpfer – und wer glaubt, dass er seinen Vertrag, der bis Sommer 2027 läuft, bald hinwirft, täuscht sich. Niederlechner wird das bei Sechzig durchziehen. Das ist er sich und den Löwen schuldig.






