VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Dieses Ergebnis dürfte den Aufstiegskampf in der Dritten Liga noch einmal zusätzlich anheizen: Der Tabellenzweite Energie Cottbus verlor das Topspiel am Freitagabend mit 1:4 bei Alemannia Aachen - und das hochverdient. Waren die Lausitzer in der ersten Hälfte noch die bessere Mannschaft, wurden sie nach dem Seitenwechsel von der Wucht der Alemannia regelrecht erdrückt. Die Treffer für die Elf von Mersad Selimbegovic, die mit diesem Heimsieg endgültig ein weiteres Jahr in der Dritten Liga planen darf, erzielten Faton Ademi, Bielefeld-Leihgabe Mika Schroers, Verteidiger Marius Wegmann und Jonas Oehmichen. Für die Gäste traf Ex-Löwe Merv Biankadi zum zwischenzeitlichen 1:2.

Für die Cottbuser (aktuell 53 Punkte) war die Pleite am neuen Tivoli die erste Niederlage im Jahr 2026 - und eine mit möglichen Nachwirkungen: Energie könnte schon an diesem Wochenende den direkten Aufstiegsplatz verlieren - besonders bitter: Das Torverhältnis der Ostdeutschen bekam gleich mehrere Kratzer ab. Bekommt Cottbus wieder das Nervenflattern? “Wir haben keinen Knacks, wir putzen den Mund ab. Wir geben nächste Woche die richtige Antwort”, erklärte Energie-Trainer Pele Wollitz bei “MagentaSport”.

Aus Löwen-Sicht ist die Cottbuser Schlappe natürlich nicht irrelevant. Denn sollte die Kauczinski-Elf am Samstag das Verfolgerduell gegen den SV Wehen Wiesbaden (16.30 Uhr, db24-Ticker) gewinnen, könnte 1860 (derzeit 48 Zähler) den Rückstand auf die Wollitz-Truppe auf nur noch zwei Punkte verkürzen.

Die Spitzengruppe würde damit noch enger zusammenrücken. Markus Kauczinski sagte über den Hit gegen seinen Ex-Klub: „Das wird ein 50:50-Spiel, bei dem am Ende die Kleinigkeiten entscheiden.“ Sollte 1860 erneut gewinnen, wäre das gleichbedeutend mit einer neuen Drittliga-Bestmarke - sechsmal in Folge haben die Löwen in dieser Spielklasse noch nie gewonnen.

Der 29. Spieltag hat es ohnehin in sich: Im Direktduell treffen am Samstagnachmittag Hansa Rostock und der MSV Duisburg aufeinander. Außerdem empfängt Tabellenführer Osnabrück den SV Waldhof Mannheim, Rot-Weiss Essen misst sich mit Erzgebirge Aue. Dabei kommt es zum Wiedersehen mit Ex-Trainer Christoph Dabrowski, der mit den Sachsen wohl schon um die letzte Chance im Abstiegskampf ringt.

Das Drittliga-Steno im Überblick:

Alemannia Aachen - Energie Cottbus 4:1. Tore: 1:0 (54.) Ademi, 2:0 (62.) Schroers, 2:1 (84.) Biankadi, 3:1 (86.) Wegmann, 4:1 (90.+3) Oehmichen. Zuschauer: 24.215.