VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Auch wenn sich der TSV 1860 München in den letzten Wochen nicht über die Leistungen der Schiedsrichter beschweren kann, ist das Giesinger Drittliga-Dino noch immer unangefochten auf Platz 1 der Fehlentscheidungen: Insgesamt 20 Fälle beschäftigen die Löwen in dieser Saison. Auf Platz zwei kommt der SC Verl, der sage und schreibe sieben Fehlpfiffe weniger hat. Es ist also davon auszugehen, dass die Sechzger am 38. Spieltag auf Platz 1 in dieser Wertung über die Ziellinie schreiten…

Allerdings ist dies ein Titel, den wirklich keiner braucht.

Für die Löwen geht es am Samstag im Sechs-Punkte-Spiel gegen Mitaufstiegskandidat SV Wehen Wiesbaden (16.30 Uhr, db24-Ticker) um alles. Will man aufsteigen, ist in dieser heißen Phase Verlieren eigentlich verboten. Die Kauczinski-Elf baut auf ihre jüngste Serie – fünf Siege am Stück. Sechzig ist on fire!

Der DFB hat für diesen seit Tagen ausverkauften Kracher in München-Giesing Schiedsrichter Sebastian Hilsberg eingeteilt. Der 25-Jährige ist noch ein Greenhorn, was die Dritte Liga betrifft: Er hat erst acht Partien auf diesem Niveau geleitet. Das Portal liga3-online.de hatte Hilsberg am 10. Spieltag zum Schiedsrichter des Spieltags gewählt. Er pfiff das 2:2 zwischen Aue und Essen. Hinterher bedankte sich RWE-Trainer Uwe Koschinat für die Leistung des Schiedsrichters.

Seit Sommer 2025 darf Hilsberg in dieser Liga pfeifen – die Drittliga-Partie auf Giesings Höhen ist erst sein neunter Einsatz auf dieser Ebene. Vielleicht auch der pikanteste in seiner noch jungen Laufbahn. Und was die Löwen mit Sicherheit hinterfragen werden: Hilsberg, der für TuS Altleiningen pfeift, lebt laut kicker.de in Mainz – nur 14,4 (!) Kilometer von 1860-Gegner Wiesbaden entfernt. Das ist aufgrund der Nähe eine eher ungewöhnliche Ansetzung. Man kann nur hoffen, dass Schiedsrichter Hilsberg am Samstag ein glückliches Händchen hat, damit erst keine Diskussionen aufkommen.