Profitiert 1860 noch davon? DFB erhöht ab der neuen Saison Nachwuchstopf von drei auf fünf Millionen Euro
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 10.03.2026 16:22
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Startdebüt-Löwe: Lasse Faßmann (19).
VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
Fakt ist: Der DFB wird den Nachwuchsförderung - ob mit oder ohne den Löwen - zur neuen Saison deutlich aufstocken, teilte der Verband am Dienstag mit - statt bislang drei Millionen Euro wird er auf fünf Millionen Euro aufgestockt. Heißt: Es wird mehr Geld in die Dritte Liga gepumpt - und vor allem die Vereine belohnt, die stringent auf Jugendförderung setzen.
DFB-Vize-Präsident Peter Frymuth erklärt: “Die 3. Liga ist ein wichtiger Bestandteil der Talentförderung im deutschen Fußball. Ihre Klubs leisten einen wertvollen Beitrag zur Nachwuchsentwicklung. Das zeigen viele bekannte Beispiele wie Joshua Kimmich, Antonio Rüdiger, Deniz Undav, Nick Woltemade oder zuletzt Said El Mala. Sie alle haben in der 3. Liga einen wichtigen Schritt in ihrer Entwicklung gemacht. Diese Arbeit soll durch die Erhöhung des Nachwuchsfördertopfes auf fünf Millionen Euro weiter gestärkt werden. Zusätzlich bleibt die Förderung des DFB von Leistungszentren unterhalb der Lizenzligen bestehen, so dass wir künftig zusammengerechnet mehr als sechs Millionen Euro zur Förderung von Talenten in der 3. Liga investieren.”
Der Nachwuchsfördertopf wurde 2018 in der Dritten Liga eingeführt. Die Fördermaßnahme soll die Klubs sowohl bei der Unterhaltung eines Leistungszentrums als auch bei der Ausbildung und Einsatzförderung deutscher Spieler im U 21-Alter unterstützen. Ziel ist, die Durchlässigkeit vom Nachwuchs- in den Profibereich weiter zu verbessern und die Einsatzzeiten von Talenten zu fördern, die für deutsche Auswahlmannschaften spielberechtigt sind.
Die Einsatzminuten von jungen Spielern mit deutscher Staatsangehörigkeit sind in der 3. Liga seit Jahren steigend. In der vergangenen Saison erreichte der Anteil der Einsatzminuten deutscher U 23-Spieler an den Gesamteinsatzzeiten mit 30 Prozent einen neuen Höchststand. Ein weiterer Bestwert: In der Vorsaison kamen 20 deutsche U-Nationalspieler aus der 3. Liga. Allein neun von ihnen standen im deutschen Aufgebot für die U 19-EM, darunter Said El Mala, der nun in der Bundesliga für Furore sorgt.
Die finanzielle Aufstockung des Nachwuchsfördertopfes zur neuen Saison geht einher mit einer Weiterentwicklung der Ausschüttungskriterien. Die Verteilung der Fördergelder richtet sich künftig nach vier Parametern: Leistungszentrum (LZ), Klubausbildung, deutsche U-Nationalspieler und Einsatzminuten. Insbesondere die Spielzeit von Talenten in der 3. Liga wird nun noch stärker gewichtet und belohnt. Unverändert ist, dass jeder Klub, der zu Saisonbeginn ein anerkanntes Leistungszentrum betreibt, 100.000 Euro erhält. Klubs, deren LZ im Laufe der betreffenden Saison anerkannt wird, bekommen 50.000 Euro.
Neu ist ab der Saison 2026/2027 eine Bonusstruktur, die Einsatzzeiten und Ausbildungsdauer im Klub verknüpft. Ein Drittligist mit anerkanntem Leistungszentrum erhält demnach 50.000 Euro, wenn sein deutscher Spieler im U 21-Alter mindestens 990 Einsatzminuten in der 3. Liga erreicht und mindestens fünf Jahre im Klub ausgebildet wurde. Bei einem Klub ohne anerkanntes LZ sind es 30.000 Euro. Hinzu kommen Bonuszahlungen pro Nominierung eines U-Nationalspielers: 15.000 Euro bei einer Berufung in die deutsche U 21-Nationalmannschaft, 5000 Euro für U 18, U 19 oder U 20.
Dass die Löwen auf ihren eigenen Nachwuchs setzen, ist seit vielen Jahren erkennbar - zuletzt hat Lasse Faßmann ein überzeugendes Startdebüt beim 1:0-Sieg in Köln geliefert.






