9. März 2004: Der Tag, an dem bei 1860 alles zerbricht
- VON OLIVER GRISS UND GETTY IMAGES (FOTO)
- 09.03.2026 17:06
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VON OLIVER GRISS UND GETTY IMAGES (FOTO)
Der Vorwurf: Bestechlichkeit, Steuerhinterziehung, Veruntreuung. Im Rahmen des Baus des WM-Stadions sollen 2,8 Millionen Euro Schmiergelder (ein Prozent der Bausumme) an die Wildmosers geflossen sein. Der Ober-Löwe sitzt drei Tage in Untersuchungshaft in Stadelheim. Am 15. März 2004 muss Wildmoser schließlich auf Druck des 1860-Aufsichtsrates um den damaligen OB Christian Ude zurücktreten – obwohl ihm persönlich nie etwas nachgewiesen werden konnte. Karl Auer übernimmt schließlich das Präsidentenamt. Doch der überforderte Metzger aus Holzkirchen schafft es nicht, das Imperium Wildmoser zu verwalten.
Die Löwen steigen zwei Monate später führungslos in die Zweite Liga ab. Dort bleiben sie 13 Jahre, ehe sie 2017 sogar bis in die Regionalliga Bayern durchgereicht werden. Inzwischen hat sich zumindest die Profi-Mannschaft in der Dritten Liga wieder stabilisiert. Finanziell und infrastrukturell liegt allerdings noch vieles im Argen.
Zehn Jahre 1860, drei Präsidenten: Welcher Ober-Löwe hat Sie bislang am meisten überzeugt?
Vom abrupten Wildmoser-Aus hat sich der TSV 1860 bis heute nicht erholt. Zahlreiche Präsidenten gaben sich seitdem die Klinke in die Hand – keiner machte es bislang besser als der mächtige Patriarch. Viele Selbstdarsteller kamen an die Grünwalder Straße.
Bis Sommer 2025 stand Robert Reisinger acht Jahre lang auf der Kommandobrücke. In diese Zeit fiel auch die angebliche Einigung mit einem neuen Investor. Der Verein verkündete sogar schon die Trennung von Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik, obwohl noch gar nichts in trockenen Tüchern war. Eines von vielen peinlichen Kapiteln der Reisinger-Ära.
Seit Sommer 2025 ist Gernot Mang der Ober-Löwe. Der Österreicher hat sich auf die Fahne geschrieben, den Klub in eine neue – bessere – Zukunft zu führen. Eine seiner ersten Amtshandlungen war unter anderem der Rauswurf von Geschäftsführer Christian Werner. Was man ihm genau vorwirft, ist bis heute nicht öffentlich bekannt. Mang will außerdem dafür sorgen, dass die Löwen eine endgültige Heimat im Grünwalder Stadion mit einer Kapazität von 25.000 Fans bekommen. Wer diesen Spaß am Ende bezahlen soll, ist allerdings die entscheidende Frage.






