VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Der TSV 1860 ist jetzt in einer Phase, in der Markus Kauczinski nicht mehr viel mit der Trainingsarbeit verändern kann. Deswegen fiel die Analyse nach dem 2:1 über Erzgebirge Aue auch relativ kurz aus. „Wir sind jetzt an einem Punkt, wo jeder weiß, dass es nicht um Haltungsnoten geht. Trotzdem müssen wir uns verbessern, weil nur das die Gewähr gibt, dass wir von der Stelle kommen.“ Fehler minimieren und Chancen erhöhen sei die Maxime. „Wir machen einfach noch zu viele unnötige Sachen.“ Daran müsse man ständig arbeiten, um voranzukommen - und das kann der Löwen-Trainer teilweise auch in Gesprächen vorantreiben.

Das macht Kauczinski aus. Er ist sehr einfühlsam - und die Spieler haben das Gefühl: Was der Trainer sagt, muss richtig sein. Der Blick auf die Kauczinski-Tabelle gibt ihm recht. 1860 ist in dieser Statistik Zweiter.

Der Glöckner-Nachfolger schafft es, dass die Mannschaft inzwischen als geschlossene Einheit auftritt. Auch wenn spielerisch noch viel Luft nach oben ist, habe man gesehen, „dass wir Dinge überstehen können, auch wenn es nicht perfekt läuft, um zu gewinnen. Wir können immer Tore machen, sind gefährlich und gleichzeitig in der Lage, gut zu verteidigen und mit viel Herz und Leidenschaft zu spielen.“ Alle hätten gegen Aue den Kampf angenommen. „Trotzdem müssen wir lernen, mit dem Ball noch besser zu werden“, lautet Kauczinskis Forderung vor dem Gastspiel in Köln (Freitag, 19 Uhr, db24-Ticker).

In der Domstadt kann Kauczinski wieder auf die zuletzt gesperrten David Philipp und Philipp Maier zurückgreifen. “Es wird mit Sicherheit Veränderungen geben, in welcher Art und Weise habe ich noch nicht entschieden.“ Er müsse schauen, wie jeder Einzelne die Englische Woche bisher verkraftet habe. „Wir haben Jungs, die drei Spiele am Stück gemacht haben, wie Kevin Volland oder Sigurd Haugen, die performt und für gute Momente gesorgt haben. Da muss man einfach gucken, was die noch im Tank haben.“

Das A-Wort will Kauczinski weiter nicht in den Mund nehmen, auch wenn der Rückstand auf den Relegationsplatz nur noch drei Pünktchen beträgt. “Von den Voraussetzungen her gibt’s Mannschaften, die einfach mehr Punkte haben“, erklärt der 1860-Übungsleiter: „Wir müssen überproportional gut sein, um jeden Gegner schlagen zu können. Was dann in vier, sechs Wochen oder acht Wochen ist, kann ich nicht sagen. Darüber nachzudenken, macht keinen Sinn. Wir konzentrieren uns auf die nächste Aufgabe, gehen fokussiert ins Spiel gegen Viktoria Köln. Das Gerede, was sein könnte, lenkt nur ab. Wir müssen erstmal zeigen, dass wir diese Schlagzahl und Intensität tatsächlich durchhalten können.“

Die Kauczinski-PK vor dem Gastspiel in Köln im Youtube-Video - klick Dich rein!