VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Glück hat immer nur der Tüchtige, heißt es zumindest. Deswegen lässt Markus Kauczinski (56) die These nicht gelten, dass die Löwen beim 2:1 über Erzgebirge Aue sehr, sehr glücklich ihre Siegesserie in der Dritten Liga weiter ausgebaut haben. „Wenn du es viermal schaffst, Spiele auf deine Seite zu ziehen, dann ist das kein Zufall. Wir sind aber noch nicht so stabil, dass wir ein Spiel souverän runterspielen." Trotzdem schob der Glöckner-Nachfolger sofort nach: "Aber wir sind in der Lage, jeden zu schlagen. Das hat nichts mit Glück zu tun – auch nicht damit, wie wir die Tore herausspielen. Das ist kein Glück. Wir haben dafür gesorgt, dass wir führen – und dass wir das vierte Spiel in Folge gewinnen können. Das haben wir jetzt zum zweiten Mal in dieser Saison geschafft. Wir haben gesehen, dass es nicht perfekt sein muss, um zu gewinnen.“

Zeit, über den jüngsten Löwen-Dreier gegen Aue groß nachzudenken, hat Kauczinski sowieso nicht: Schon am Freitag steht bei Viktoria Köln (19 Uhr, db24-Ticker) der nächste Prüfstein auf der Tagesordnung. „Ich mag diese Schlagzahl und Intensität, wenn Spiel auf Spiel kommt“, sagt Kauczinski. „Ich habe großen Respekt vor der Leistung von Viktoria Köln. Das wird eine richtig schwere Aufgabe für uns.“ Die Mannschaft wird von 1.600 Fans begleitet.

Gut für die Löwen: Mit Philipp Maier und David Philipp stoßen wieder zwei wichtige Kräfte zum Kader hinzu, nachdem das Duo beim Heimdreier gegen Aue noch gelbgesperrt war. Kauczinski kündigt an: „Es wird auf jeden Fall zu Veränderungen kommen.“ Wie er seine Mannschaft umstellt, das wollte der 1860-Trainer aber noch nicht verraten. Es ist aber davon auszugehen, dass sowohl Maier als auch Philipp wieder ein Start-Leiberl bekommen.

Nach db24-Informationen hat der TSV 1860 in den vergangenen Tagen für alle drei Ligen (Zweite Liga, Dritte Liga und Regionalliga) die jeweiligen Lizenz-Unterlagen eingereicht – doch Kauczinski ist immer noch nicht so weit, den Aufstieg auszurufen. „Ich habe nichts gegen Ambitionen und Träume. Aber das bringt aus meiner Sicht nichts. Wir müssen überproportional gut sein.” Seine Forderung: “Es muss in Leistung münden. Es gibt Mannschaften, die mehr Punkte haben als wir. Jetzt zu sagen, was in vier oder acht Wochen ist, das macht für mich keinen Sinn. Wir sind jetzt an einem Punkt, an dem wir die letzten Ergebnisse bestätigen müssen. Alles andere ist nur Gerede.“ Und genau mit dieser Sichtweise ist 1860 in den letzten Wochen gut gefahren - und damit fährt er einen anderen Kurs als die Rivalen in Osnabrück oder Rostock.

Auch über die sogenannte Kauczinski-Tabelle, in der der TSV 1860 momentan Erster ist, verliert der Trainer nicht viele Worte – sie ist für ihn lediglich eine Bestätigung seiner Arbeit. Seit seiner Übernahme am 11. Spieltag hat 1860 starke 33 Punkte geholt – eine beachtliche Quote. “Das zahlt für die Meisterschaft nicht”, entgegnet der gebürtige Gelsenkirchner: “In der realen Tabelle sind wir auf fünf. Wir müssen erstmal zeigen, dass wir diese Schlagzahl durchhalten können.”