Übersehener Handelfmeter & Giesinger Nebel: Das sagt Schiedsrichter Tom Bauer
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 04.03.2026 09:26
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Der Zweitliga-Referee begründete gegenüber „MagentaSport“ seine Maßnahme: „Wir haben gemerkt, dass die Sicht in der zweiten Halbzeit immer schlechter wird. Wir haben dann auch im Team gesprochen und gesagt: Wir daten uns up, wie die Sicht der Assistenten ist, wie die Sicht des vierten Offiziellen ist, weil wir grundsätzlich von Torlinie zu Torlinie schauen müssen. Dann ist das ein ganz guter Indikator, wenn die Jungs nicht mehr auf die andere Seite schauen können. Dann kam vom Keeper von Sechzig: Ich kann nicht mehr aufs andere Tor schauen. Ich bin dann selbst mal auf die Torlinie gegangen. Es war wirklich ganz, ganz schwierig. Das andere Tor war nicht mehr zu erkennen. Dann musste ich das Spiel kurz unterbrechen und dem Nebel die Chance geben, rauszuziehen.“
Bauer habe nach den Regeln gehandelt: „Wenn ich nicht mehr von Tor zu Tor blicken kann, muss ich unterbrechen. Das ist eine klare Regel. Dann haben wir einen Richtwert von 30 Minuten. So lange kann ein Spiel unterbrochen sein. Das ist ein Richtwert. Wenn absehbar ist, dass es unmittelbar danach weitergeht, können wir das ein bisschen dehnen. Das haben wir heute nicht gebraucht.“
Als die 22 Spieler vom Feld gingen, entzündete sich in der Westkurve ein zuvor noch nie dagewesenes Feuerwerk. Man hatte das Gefühl, dass die Ultras alle Reserven aus Silvester 2025 nun endgültig aufgebraucht hatten. Nicht wenige Beobachter auf der Haupttribüne hatten die Befürchtung, dass diese Aktion der Löwen-Ultras einen Spielabbruch beschleunigen könnte. Letztlich bestätigte sich diese These nicht: Zwar sah man nach der Giesinger Feuerwerkparade gar nichts mehr, doch der Rauch löste sich schneller auf als gedacht – und so konnte die Partie nach einer 15-minütigen Zwangspause doch noch über die Bühne gebracht werden.

Dass Schiedsrichter Bauer das Handspiel von Marvin Stefaniak kurz vor dem Lattentreffer von Siemen Voet übersah, ärgert ihn selbst am meisten: „Das war ein Schuss aufs Tor. Der Ball wird abgefälscht. Der Ball wird mit dem Arm abgefälscht und der ist abgespreizt. Das ist ein strafbares Handspiel. Das hätte dementsprechend Strafstoß zur Folge. Ich habe leider den Kontakt nicht wahrgenommen. Dementsprechend konnte ich nicht auf Strafstoß entscheiden. Was mich ein wenig verwundert, ist, dass kein Spieler protestiert hat.“
Und das ist das typische 1860-Problem: Man ist zu lieb und rücksichtsvoll, wenn es darum geht, auf sein Recht zu pochen. Raphael Schifferl und auch Thore Jacobsen, wie sie in der Mixedzone verrieten, hatten die Szene jedenfalls nicht gesehen. Dafür Bauer hinterher in der Nachbetrachtung bei „MagentaSport“: „Wenn ich das im Video sehe, dann ist das ein Strafstoß. Das ärgert mich mit am meisten, da falsch zu liegen.“






