Es geht um 50+1: Ex-Präsident Reisinger kontra 1860-Fanartikel-Chef
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 01.03.2026 17:37
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VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Es geht nach der fristlosen Kündigung nach nur wenigen Monaten um ein saftiges Sümmchen. Zwischen 350.000 und 400.000 Euro dürften am Ende fällig werden – geschieht nicht noch ein Wunder. Geld, das für die klammen Löwen bekanntlich äußerst schmerzhaft ist.
Unabhängig von der Löwen-Situation erklärte Bayern-Präsident Herbert Hainer am Donnerstagabend im Münchner “Club Wirtschaftspresse”: „Ich bin der festen Überzeugung, dass 50+1 abgeschafft werden und jeder Verein selbst entscheiden sollte.” Schließlich müssten die Vereinsmitglieder einer Aufhebung der Schwelle ohnehin mit Dreiviertel-Mehrheit zustimmen. „Warum wird den Vereinen vorgeschrieben, was sie zu tun haben?” Eine Aufhebung der Grenze könnte auch den Konkurrenzkampf in der Bundesliga anheizen, die zurzeit vom FC Bayern dominiert wird. „Wir können ja nicht schlechter werden, nur damit die anderen auch mal gewinnen“, sagte Hainer.„Ich bin der Meinung, dass man es den Klubs und ihren Mitgliedern überlassen sollte, wie viele Anteile sie abgeben wollen.“ 1860 hat 2011 bereits 60 Prozent an Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik abgegeben.
Bei den Löwen ist diese Regel bekanntlich ein heikles Thema - und deswegen überrascht es umso mehr, dass sich Merchandising-Chef Valentin Pusnava via LinkedIn in dieses Thema einschaltet und dabei obendrein auch noch Bayern-Boss Hainer lobt. “Ich hatte das Privileg,Herbert Hainer während meiner Zeit bei adidas kennenzulernen – eine Führungspersönlichkeit, die genau versteht, was im heutigen Profisport wirklich zählt.” Und: “Seine Sichtweise zur Bedeutung von Investoren im Fußball trifft den Kern. Ohne gezielte Investitionen droht der Bundesliga der Anschluss zu verlieren – nicht an Leidenschaft oder Tradition, sondern an Wettbewerbsfähigkeit und internationaler Attraktivität.”
Pusnavas Forderung: “Es ist höchste Zeit, dass wir in Deutschland erkennen: Ohne Investoren gibt es keine nachhaltige Zukunft für unsere Liga. Sonst bleibt am Ende nur noch eine Frage – mit wie vielen Punkten Vorsprung wird der FC Bayern München diesmal Meister?”
Und weil die Diskussion sowieso hochbrisant ist, meldet sich unter Pusnavas Post auch noch Ex-Präsident Robert Reisinger. “Da reicht die vorgegebene Zeilenanzahl nicht aus, um auf so einen Post, noch dazu von einem Geschäftsführer der Fanartikel GmbH eines Traditionsvereins zu antworten. Ich versuche es trotzdem: Die immer wiederkehrende Behauptung, die Bundesliga habe ohne Investoren und ohne eine Aufweichung der 50+1-Regel keine Zukunft, ist nicht nur falsch , sondern auch bequem. Sie dient vor allem dazu, strukturelle Versäumnisse zu kaschieren und Verantwortung von Vereinen, Verbänden und Funktionären auf externes Kapitel abzuwälzen.”
Und dann fragt Reisinger auch: “Denn was passiert, wenn der Investor sein Interesse verliert? Dann haben alle Beteiligten verloren, die Investoren suchen sich das nächste Ziel, der Verein und seine Mitglieder stehen dann vor einem Scherbenhaufen.” Ob Reisinger bei diesen Worten auch an sein eigenes Wirken bei 1860 gedacht hat?
PS: Am Sonntagabend war das LinkedIn-Battle zwischen Pusnava und Reisinger wieder gelöscht.






