Wie teuer wird's für die Löwen? "Wir haben eine Diskrepanz von 180.000 Euro"
- VON OLIVER GRISS
- 26.02.2026 11:35
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VON OLIVER GRISS
Bevor die Verhandlung begann, wollte Richter Harald König zunächst eine formale Frage klären: „Herr Mueller, schreiben Sie sich mit Ü? Wie steht es in Ihrem Ausweis?“ Mueller antwortete: „Da steht es mit Ü.“
Wer sich erinnert: db24 fragte den Ex-Geschäftsführer bereits bei seiner Einstands-Pressekonferenz im Februar 2024, wie man Mueller ausspreche. Damals erklärte der Schwarzwälder bei 1860, man schreibe ihn mit „UE“. So ändern sich die Zeiten.
Zurück zu den entscheidenden Fragen im Löwen-Kosmos: Auch am dritten Verhandlungstag kam man in dieser Posse nicht wirklich weiter – eine Einigung steht weiterhin aus. Im Mittelpunkt standen erneut die angeblichen Pflichtverletzungen Muellers, die die fristlose Kündigung rechtfertigen sollen.
Da keine wirklich schlagkräftigen Argumente, außer der angeblichen Pflichtverletzung, für das abrupte Mueller-Aus präsentiert wurden, ging es im Schlussdrittel der rund 70-minütigen Sitzung um Zahlen – respektive um einen möglichen Vergleich. Während die Vereinsseite offenbar bereit gewesen wäre, 300.000 Euro Abfindung zu zahlen, rief die Klägerseite 480.000 Euro auf.
Dr. Kathrin Bürger von der Kanzlei Seitz, Vertreterin der Löwen, stellte nüchtern fest: „Die Diskrepanz beträgt 180.000 Euro.“ Wobei: An diesem Vormittag gab es immer wieder Zahlendreher, bei denen mancher Zuschauer verwundert die Stirn runzelte. Am Ende wird Mueller vermutlich zwischen 350.000 und 400.000 Euro bekommen.
Hellhörig wurde der Saal auch, als die Klägerseite plötzlich von einer „Bedrohung“ sprach. Die Löwen-Anwältin wies diesen Vorwurf umgehend zurück, ergänzte jedoch: „Wenn wir uns einigen, wird der Aufsichtsrat keine Schadensersatzansprüche geltend machen.“ Zudem stehe „noch ein Strafantrag im Raum“.
Kurz vor Ende schob einer der ehrenamtlichen Handelsrichter ein: „Sie können sich auch bis zum Sankt-Nimmerleinstag streiten.“ Fortsetzung folgt: 9. April, 11 Uhr – gleicher Ort.
Mit Kopfschütteln verließen einige Beobachter den Saal. Auch Ex-Vize Hans Sitzberger wollte sich das Schauspiel nicht entgehen lassen. Der Unternehmer, der vor einiger Zeit aus seinem Amt gedrängt wurde, sagte gegenüber db24: „Für mich war das ein Kasperletheater – so wie man es aus dem seichten RTL-Nachmittagsprogramm kennt.“
Ein Allesfahrer meinte: „Es ist Wahnsinn, dass von Vereinsseite keiner da ist. Und das Schlimme: Das mit Mueller ist wohl erst der Anfang – auch mit Christian Werner wird man sich vermutlich bald hier wieder treffen.“






