VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Plötzlich ist sie wieder da, die leise Aufstiegshoffnung beim TSV 1860 München – ausgelöst durch zwei Zu-Null-Siege: erst das 5:0 beim Vorletzten TSV Havelse, dann das 1:0 über Hansa Rostock, einem direkten Mitkonkurrenten. Und der letzte Löwen-Dreier ist weitaus höher einzustufen als das Schützenfest in Hannover, weil es ein Abnutzungskampf par excellence war. Nicht schön, aber effektiv.

Freilich, was man nicht verheimlichen darf: Das entscheidende Tor fiel durch einen zweifelhaften Elfmeter, den Kapitän Thore Jacobsen in Panenka-Manier ins Rostocker Tor lupfte. Aber das interessiert morgen keinen mehr, wie der Sieg letztlich zustande gekommen ist.

Doch die Löwen wissen auch: Die zwei jüngsten Siege sind nur etwas wert, wenn man jetzt die mentale Qualität hat, direkt nachzulegen. Wieder auf den Punkt da zu sein.

Innerhalb von acht Tagen trifft Sechzig hintereinander auf Hoffenheim II, Erzgebirge Aue und Viktoria Köln. Gelingt dem aktuellen Tabellenachten ein großes Ausrufezeichen in der Englischen Woche? Patzer darf sich die Elf von Trainer Markus Kauczinski eigentlich nicht mehr erlauben – aus den restlichen 13 Partien braucht es wohl schon zehn Siege. In der Kauczinski-Tabelle liegt 1860 übrigens schon auf Rang vier. Die Tendenz stimmt.

Glück braucht der TSV auch am kommenden Donnerstag, wenn im Landgericht München I der Prozess gegen Ex-Geschäftsführer Oliver Mueller ansteht. Verliert 1860 diesen Showdown, wird voraussichtlich eine sechsstellige Summe fällig – Geld, das die Löwen bestimmt lieber in Infrastruktur oder Spielerbeine stecken würden.

Radis Erben ist der Podcast von TV-Kommentator Tobias Fischbeck (u.a. DAZN, Sport1, ZDF) und Oliver Griss, der seit mehr als drei Jahrzehnten über diesen einzigartigen Klub berichtet. Das Format wurde in der Corona-Krise gegründet und ist der älteste Podcast in dieser Form im Löwen-Kosmos.

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