VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Am Sonntag (13.30 Uhr, db24-Ticker) empfängt der TSV 1860 München im ausverkauften Grünwalder Stadion Hansa Rostock - es geht um die Eintrittskarte ins Aufstiegsrennen – doch mit der Ansetzung des Schiedsrichters wird noch einmal ein Kapitel aus der jüngeren Löwen-Vergangenheit aufgeschlagen. Der DFB hat erneut Luca Jürgensen als Spielleiter eingeteilt – jenen Referee, der beim 0:2 Ende September 2025 in Aue im Mittelpunkt stand und indirekt das Personal-Karussell an der Grünwalder Straße 114 angeworfen hat. Damals wurde ein reguläres Tor nach einer direkten Ecke von Kevin Volland beim Stand von 0:0 aberkannt – eine Szene, die sportlich wie atmosphärisch nachwirkte und hinterher sogar ein Beben auf der sportlichen Kommandobrücke auslöste: Geschäftsführer Dr. Christian Werner und Patrick Glöckner mussten gehen.

Nach dem 5:0 beim TSV Havelse: Auf welchem Tabellenplatz landet 1860 in der Endtabelle?

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Volland erinnerte sich erst im Trainingslager in Belek noch einmal deutlich an diese Situation: „Über mein nicht gegebenes Tor in Aue habe ich mich sehr geärgert, denn dann wäre es möglicherweise anders gelaufen. Aue stand mit dem Rücken zur Wand, wir waren auswärts nicht stabil. Wenn der Linienrichter bei meiner Ecke ‚Foul, Foul‘ ruft und ich ihn anschaue und mir denke: Hä? – wenn ich es nicht richtig gesehen habe, wie will er das dann gesehen haben? Es wird oft auf Verdacht gepfiffen.“

Der 29-jährige Referee bekam damals von db24 für seine Leistung die Note 6. Wir schrieben damals in der Rubrik “So schauts aus, Sechzig”: “Der Referee aus Norderstedt beeinflusste die Partie ganz entscheidend, als er ein reguläres Volland-Tor beim Stand von 0:0 die Anerkennung verweigerte. Durch diesen Fauxpas werden die Rufe nach dem VAR deutlich lauter.”

In dieser Saison kommt der Umparteiische bislang auf sieben Drittliga-Einsätze mit drei Heimsiegen, einem Unentschieden und drei Auswärtserfolgen. 30 Gelbe Karten und zwei Platzverweise stehen dabei in seiner Statistik.

Ganz anders die Gefühlslage zuletzt beim 5:0-Kantersieg gegen den TSV Havelse: Mit Schiedsrichterin Fabienne Michel hatten die Löwen eine erstklassige Spielleiterin (db24-Note 1,5). Auch Trainer Markus Kauczinski lobte ausdrücklich: „Wo man kritisiert, muss man auch mal loben. Das war eine starke Leistung.“

In der sogenannten Rafati-Tabelle von liga3-online.de liegt 1860 mit 17 Fehlentscheidungen gegen sich klar auf Platz 1. Entsprechend sensibel wird man in Giesing am Sonntag sein. Bei jedem Pfiff von Luca Jürgensen dürfte ganz genau hingeschaut werden – die Kulisse ist aufgeheizt, die Erinnerung präsent.