Volland bei "Pizza & Pommes": "Hätte ich auf mein Herz gehört, wäre ich nie weg von 1860"
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 21.01.2026 13:59
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
seine Rückkehr zu 1860: “Ich denke, dass man nach Union sicher noch ein anderes Angebot hätte annehmen können, bei dem man etwas mehr Geld verdient. Aber irgendwann bist du so an dem Punkt, wenn du dann auch merkst, sportlich war es jetzt auch nicht mehr das, was mich dann so erfüllt hat bei Union, war auch eine schwierige Zeit für mich, wo du dann wirklich sagst: Wo hast du jetzt noch mal richtig Bock, wo bekommst du noch mal diesen Drive für dich selbst? Und da gab es eigentlich dann nur noch wirklich den Weg zurück, auch wenn es in die Dritte Liga ist…Was im Sommer los war bei der Rückkehr. Wie viele Fans kamen, die mich noch damals aus der Allianz Arena kennen oder aus der Jugend. Das ist schon echt ein schönes Gefühl. Und da kriegt man dann auch echt Gänsehaut. Und du sagst auch: Boah ja, dass du dann sowas zurückgeben kannst, das erfüllt einen selbst natürlich auch. Das macht einen selbst dann auch glücklich. Und ich glaube so, wenn du den Fußball siehst, in den letzten Jahren wie er sich entwickelt hat, ja was war es dann schon an dem Punkt, wo ich unbedingt diese Fußballromantik auch ein Stück weit wieder gebraucht habe, beziehungsweise diese Leidenschaft in dem Verein.”
den besonderen Reiz der Löwen: “Ich glaube, was 1860 ausmacht, ist das Familiäre in erster Linie. Was man auch spürt, so an den Spieltagen, die Boazn ums Grünwalder drum herum. Ich glaube, das Normale, den vielleicht ein Stück weit normaleren Fußball noch zu haben, den ehrlichen Fußball zu habe, das hast du bei 60. Klar sind dann die Strukturen nicht so wie jetzt in der Bundesliga. Muss man ja auch ganz klar sagen, deswegen gehst du in dritte Liga. Aber ich glaube, den Verein macht einfach das Familiäre aus, das Emotionale, die Leidensfähigkeit auch von den Fans, das muss man ja ganz hoch anrechnen. Ich meine, jedes Jahr erwartet jeder, dass du hoch gehst wieder. Oder dass du nicht absteigt aus der zweiten Liga.”
die Leidensfähigkeit der Fans: “Es passieren diese Situationen, wo es dann echt ins Extreme geht und dass dann trotzdem bei jedem Spieltag das Grünwalder voll ist. Und vor allem dieses Jahr haben wir die meisten Auswärtsfans und du kutschierst da trotzdem durch ganz Deutschland. Ja, das muss man den Fans schon hoch anrechnen. Und ich glaube, die Fans tragen ja den Verein auch ein Stück weit.”
das Verhalten von Talenten zu früheren Tagen: “Also ich muss bei 60 sagen, da ist ein bisschen mehr Zucht und Ordnung, haben die Jungen schon noch mal auch ja den Drive. Aber ich habe es in anderen Vereinen schon gemerkt, dass oftmals wirklich der Respekt verloren geht. Die Art und Weise, wie man einem in der Früh Hallo sagt. Da geht es schon los. So ein halber Check und nicht in die Augen gucken. Wo ich früher meine ersten Trainings bei den Profis machen durfte. Ich war hoch nervös. Also ich habe nicht mich getraut, irgendwas zu machen. Ich saß da in der Kabine, habe kein Wort geredet, habe zwei Kästen Wasser, die zwei Ballsäcke auf dem Rücken gehabt und bin auf den Platz marschiert und habe gehofft, dass ich einfach keinen Fehlpass spiele. Das hat sich komplett gewandelt. Die Generation hat sich aber auch ein Stück weit geändert. Ich glaube, durch die ganze, ich sage mal Tiktok-Generation, die schauen sich da die Videos an, ihre Superstars bei Real Madrid, wie die sich geben auf dem Platz. Das war früher schon noch ein ehrlicher Fußball. Da waren noch richtige Typen auf dem Platz und ich hatte trotzdem das Glück, dass ich das erleben durfte. Wenn du ein bisschen gemuckt hättest, so wie ich bei 60, dann wäre der Gabor Kiraly mir mit seinen 25er Eisenstollen eine Minute später in die Knie geflogen.”
seinen Wechsel in die Erste Liga: “Ich glaube, wenn ich auf mein Herz gehört hätte damals - weil wir hatten echt eine geile Gemeinschaft bei Sechzig in der Saison 2011/2012 -, dann wäre ich jetzt immer noch bei 60, hätte ich da wahrscheinlich mein Leben lang gespielt. Aber irgendwann musst du natürlich als Spieler auch den nächsten Schritt gehen.”






