VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Nicht weniger als elf Spieler fehlen Markus Kauczinski vor dem Re-Start gegen Rot-Weiss Essen (heute, 14 Uhr, db24-Ticker). Er könnte jetzt schon nach Ausreden suchen. Doch genau das tut der 55-Jährige nicht.

„Wir sind immer noch in der Lage, eine gute Mannschaft zu stellen“, betonte der Löwen-Trainer am Freitag. Und ja: Kauczinski kennt solche Extremsituationen. „Ich habe das schon erlebt. Bei Wehen Wiesbaden hatte ich nur noch 14 oder 15 Leute – trotzdem haben wir 3:0 gegen Waldhof Mannheim gewonnen.“ Nachmachen, Löwen!

Für die Sechzger geht es trotz aller Handicaps darum, gut aus den Startlöchern zu kommen. Denn es steht viel auf dem Spiel – vor allem finanziell. Allein rund sieben Millionen Euro mehr könnte 1860 im Aufstiegsfall aus dem TV-Topf generieren. Gleichzeitig würden die Chancen steigen, dass Hasan Ismaik einen Abnehmer für seine Anteile findet.

Die Aufstiegshoffnung lebt an der Grünwalder Straße 114 – zumindest auf dem Papier. Die KI allerdings hat die Löwen nicht auf dem Zettel. Das geht aus einem Bericht des NDR hervor, der gemeinsam mit Global Soccer Network eine Abschlusstabelle der Dritten Liga berechnet hat.

Das Ergebnis: Verl (72 Punkte) und Rot-Weiss Essen (69) steigen direkt auf. Den Relegationsplatz belegt laut KI Energie Cottbus (68). Rang vier – und damit die Teilnahme auf am DFB-Pokal – geht an Hansa Rostock.

Und die Löwen? Die Kauczinski-Elf landet laut Prognose auf Platz acht – exakt dort, wo sie aktuell steht. Hochgerechnet käme 1860 auf 58 Punkte, was in den verbleibenden 19 Spielen lediglich 28 Zähler bedeuten würde. Zu wenig für die Ansprüche der Giesinger – und gleichbedeutend mit einem weiteren Jahr Drittklassigkeit. Kann Sechzig die KI Lügen strafen?

Und wer steigt ab? Laut KI trifft es auch zwei Traditionsvereine: Neben Schweinfurt und Havelse müssten demnach auch Ulm und Aachen den Gang in die Regionalliga antreten.