VON OLIVER GRISS

Juergen Langer in seinem Muenchner Buero. Foto: GRISS Juergen Langer in seinem Muenchner Buero. Foto: GRISSMünchner Star-Anwalt, der keine Mitgliedschaft bei 1860 hat, wird von Löwen-Aufsichtsrat Robert von Bennigsen abgewatscht: "Ich fühle mich über den Tisch gezogen" 
Jürgen Langer (44) war perplex nach dem Treffen mit 1860-Aufsichtsrat Robert von Bennigsen: Nicht nur, weil er innerhalb von 15 Minuten am Dienstagabend in das Schwabinger Mittelklasse-Hotel Nikolai bestellt wurde, sondern auch auf das WIE der zweistündigen Begegnung: "Herr von Bennigsen hat das Gespräch so angefangen: "’Herr Langer, Sie haben keine Chance. Ihr Name ist verbrannt." Und der 1860-Rat deutete mit dem Finger auf seinen aufgebauten Laptop und las Langer den dieblaue24-Text "Kandidiert Langer als Ober-Löwe?" vor.
Überhaupt soll es ein merkwürdiger Termin zwischen Langer und von Bennigsen gewesen sein. Langer zu dieblaue24: "Dieser Mann hat mehr über die Journalisten gefeixt und aus den verschiedenen Livetickern vorgelesen als sich mit mir beschäftigt. Ich bin mir bei von Bennigsen vorgekommen wie ein Bittsteller. Ich bereue es, dass ich mich mit diesem Menschen getroffen habe. Ich fühle mich über den Tisch gezogen. Er hat mich aufgefordert, dass ich mein Interesse an einer Präsidentschaft dementiere. Ich wollte 1860 nur helfen - und dann bekomme ich von diesem Herrn ein Tritt zwischen die Beine. Er hat mir gesagt, dass 1860 einen Präsidenten brauche, der was geleistet hat." Und für von Bennigsen ist Langer dieser Mann offenbar nicht…
Jedoch muss man wissen: Langer, der hinter sich eine Mannschaft mit "bedeutenden Namen aus der Gesellschaft" sieht, ist ein anerkannter Münchner Rechtsanwalt und vertrat in den letzten Jahren u.a. den inzwischen verstorbenen Oberschiedsrichter Manfred Amerell im Skandal mit Michael Kempter. Mitglied bei 1860 ist Langer nicht mehr - doch dieblaue24 weiß: Nach der aktuellen Satzung könnte Langer Präsident werden, weil man nicht gewählt, sondern vom Aufsichtsrat bestellt wird…
Aufgeben will Langer, der früher selbst bei 1860 in der Jugend spielte, deswegen nicht: "Ich werde nicht locker lassen. Bei 1860 muss sich was ändern, weil die Zustände phlegmatisch sind - und mit Dieter Schneider ein Präsident da ist, der dem Investor zu wenig Respekt gegenüber bringt. Bei meinen Löwen bewegt sich seit Jahren nichts. Ich will gegen dieses stromlinienförmiges Denken vorgehen."
PS: Versicherungsmakler von Bennigsen, der in Hamburg lebt und erst seit 2012 den e.V. im Aufsichtsrat unterstützt, gilt als Vertrauter von Präsident Dieter Schneider. 
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