VON OLIVER GRISS

Noch sechs Tage bis zur Mitgliederversammlung am 16. Juni in der Zenith-Halle: Auf diesem Spielfeld wird die Zukunft des Profifußballs des TSV 1860, aber auch die Perspektive u.a. der Boxabteilung entschieden: Bleibt der Löwe liegen oder steht er wieder auf?

Einer, der keine Lust mehr auf den Ist-Zustand hat, ist der vor kurzem zurückgetretene Ex-Vize Hans Sitzberger. Er könnte die zentrale Figur am kommenden Sonntag werden, falls er sich das Mikrofon in München-Freimann schnappt und über die Mißstände bei 1860 München spricht.

In der vergangenen Woche hat Sitzberger bei einem Fanclub-Besuch auf sein Interview in der Abendzeitung verwiesen, indem er die Zustände bei den Löwen beschreib. “Die Zusammenarbeit im Präsidium war in den letzten acht Monaten meiner Amtszeit nicht nur schwierig, sie war quasi nicht vorhanden. Es gab keine Jours Fixes mehr, es gab keine Kommunikation, keinen Informationsfluss, keine Abstimmung. Wir haben mehrfach versucht, über Aussprachen wieder zueinanderzufinden, doch leider erfolglos. Gleich beim ersten Termin endete die Aussprache damit, dass der Präsident nach wenigen Sekunden laut wurde und den Raum verließ”, erklärte Sitzberger: “Ich wurde in dieser Zeit viel gedemütigt, ich wurde angeschrien, ich wurde beschimpft und beleidigt, sowohl persönlich als auch schriftlich in WhatsApp-Nachrichten oder per Email, ich wurde am Telefon gesperrt, der Präsident ist aus unseren für die Kommunikation genutzten Gruppen ausgetreten. Ich wurde vor der Mitgliederversammlung im letzten Jahr regelrecht erpresst von unerfüllbaren Forderungen des Präsidenten an Heinz und mich und bis kurz vor der Versammlung wussten wir nicht einmal, ob der Präsident erscheinen wird. Unsere Vereinsmanagerin Viola Oberländer, Heinz und ich haben uns auf ein Szenario der Mitgliederversammlung ohne Präsidenten vorbereitet.”

Ist es also gar nicht so einfach, mit Reisinger zu sprechen, wenn man anderer Meinung ist?

Und selbst, wenn Sitzberger auf der MV nicht redet, nimmt er im Wahlkampf eine besondere Rolle ein. Er unterstützt das Bündnis. Am Sonntag postete er auf seinem Facebook-Kanal die Liste von Klaus Lutz, Martin Gräfer & Co. Als dann ein Fan ihn im Kommentarbereich dafür kritisierte, erklärte Sitzberger sein Tun: “Lieber Markus, vielen Dank für deine wertschätzenden Worte. Stimmt, wir haben uns gut unterhalten, waren nicht gleicher Meinung und trotzdem hat keiner den anderen beleidigt!!!Markus, mir geht’s um den sportlichen Erfolg, dort kann der e.V. den Weg selbst vorgeben. Das Aushängeschild TSV München von 1860 e.V. ist unsere Tochtergesellschaft, bei der unser Mitgesellschafter 60 Prozent der Anteile besitzt. Eine Zusammenarbeit der beiden Gesellschafter, mit Respekt und auf Augenhöhe, ist für eine sportliche, erfolgreiche Zukunft unumgänglich. Ein persönliches Treffen mit unserem Mitgesellschafter hat die letzten sieben Jahre nicht stattgefunden. Aus welchen Gründen auch immer. Da hat jeder Gesellschafter seine eigene Meinung. Wen wundert’s!”

Nach sieben Jahren Stillstand: Muss Präsident Robert Reisinger den Weg freimachen bei 1860?

Umfrage endet am 21.06.2024 17:00 Uhr

Sitzberger sieht unter der aktuellen Konstellation keine Chance auf eine Annnäherung: “Da mit den jetzigen Gremien (Präsidium und Verwaltungsrat) eine Annäherung, der letzten sieben Jahre nicht möglich war, wird es keine erfolgreiche Zukunft geben. Wir sind in einer Sackgasse und die Kandidaten vom Bündnis Zukunft können uns aus der Sackgasse rausführen. Das BZ hat bereits Gespräche mit dem Mitgesellschafter geführt, die uns in eine, mit der Konsolidierung, sportliche Zukunft führt. Das ist unsere letzte Chance, unseren Verein in eine positive Zukunft zu führen.”

Sitzberger betont: “Nicht der Gesellschafter steht am 16.06.24 zu Wahl, der wurde bereits 2011 von dem damaligen Vereinsgremien ausgewählt. Die Entscheidung war bestimmt keine Kurzschlussentscheidung und es gab auch nur einen Investor, der bereit war, mit vielen, vielen…..Millionen Euro, denn Verein vor der Insolvenz zu retten. Zur Wahl stehen Kandidaten die für eine sportliche, erfolgreiche Zukunft und ein Miteinander, der beiden Gesellschafter leben. Die Entscheidung über die Zukunft von 60 München, treffen unsere Mitglieder am 16.06.24. Wir sind der Verein. Auch nach dem 16.06.24.”