VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Inzwischen ist es ein richtiges Ping-Pong-Spiel zwischen Vereinsseite und Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik - jetzt ist der TSV 1860 e.V. wieder an der Reihe. In einem äußerst entlarvenden Interview mit der “BILD”-Zeitung mit dem Titel “Schlammschlacht” nimmt Robert Reisinger u.a. Stellung zur Ismaik-Offensive, dem Bündnis. Selbstreflexion gibt es bei Reisinger nicht - und das obwohl er seit sieben Jahren das Sagen bei Münchens großer Liebe hat und der Verein sich weiter in einer Schieflage befindet. Der 60-jährige Reisinger spricht über:

einen möglichen Umbruch: “Das entscheiden die Mitglieder. Unser Kurs ist klar: wirtschaftliche Vernunft und weitere Konsolidierung. Kurzfristig die Rückkehr in die 2. Liga, langfristig zurück in die Bundesliga und die Wahrung von 50+1. Dafür stehen wir. Nach Jahresangaben müssen Sie nicht fragen…”

Budgets für das Profiteam: “Geld garantiert keinen Aufstieg. Letzte Saison lag der Etat bei über 6 Millionen und was kam raus? Wir mussten in der Winterpause reagieren. Mir gefällt der Weg der beiden Geschäftsführer (Sport Dr. Christian Werner, Finanzen Oliver Mueller, d. Red.) und von Trainer Agis Giannikis gut. Erfolg ist im Sport nie hundertprozentig planbar. Die Mannschaft wurde frühzeitig zusammengestellt, wenn sich alles fügt, entscheidet das Momentum.”

den schwarzen Freitag: “Ich war damals noch nicht im Amt. Aber es ist schlichtweg falsch, es wurde fiebrig nach Lösungen gesucht. Daran sieht man aber auch wieder: Es geht ihm immer nur um Schuldzuweisungen. Egal, welche Personen im Amt sind. Das ist seit 2011 in wechselnder Besetzung mit fünf Präsidenten und acht Geschäftsführern so.“

Nach sieben Jahren Stillstand: Muss Präsident Robert Reisinger den Weg freimachen bei 1860?

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das Bündnis Zukunft: “Das Bündnis inszeniert sich als vermeintlicher Friedensstifter und Stimme der Vernunft und ruft alle Parteien zu Mäßigung auf. Dabei wirkt das Bündnis sehr abgesprochen mit Ismaik. Es ist ein Schmierentheater für die Öffentlichkeit. Die propagierte Phobie vor dem Verein, vor seinen Funktionären und vor seinen Mitgliedern, trägt für mich Züge einer Wahnvorstellung. Die Behauptung, es würden glänzende wirtschaftliche und sportliche Zeiten vor den Löwen liegen, sobald sie einer vermeintlichen Unterdrückung durch den Verein entkommen sind, ist eine ganz besondere Form des Zynismus. Wir Vereinsvertreter waren es, die im Sommer 2017 die Scherben zusammengekehrt haben und den TSV 1860 München wieder zu einem Klub gemacht haben, den die Menschen lieben und der seine Würde wiedergefunden hat.“

einen möglichen Rücktritt: “Ich gebe nicht auf. Ich schlucke die Anfeindungen herunter. Wenn wir jetzt loslassen, ist der Verein kaputt. Der Verwaltungsrat und Präsident kann heißen wie er will – es wird immer zu den gleichen Problemen kommen. Und vielleicht sollte sich Herr Ismaik mal überlegen, ob es nicht für sein Vorhaben sinnvoller wäre, seine Wunsch-Kandidaten im Aufsichtsrat zu installieren. Viele bewerben sich gerade um einen Platz im Verwaltungsrat, die ihre Interessenschwerpunkte im Profifußball haben.”

Das komplette Interview gibt es hinter einer Bezahlschranke - HIER geht’s lang.

Zu welchem Zeitpunkt das Interview geführt wurde, wissen wir nicht. Es gibt für db24 jedoch Anlass, diese Passagen und auch die von Karl-Christian Bay zu bewerten und einzuschätzen. Dazu mehr spätestens bis Samstagnachmittag.