VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Der Holländer Joel Zwarts benutzt seinen Instagram-Kanal eher selten. Doch am Montagabend schrieb der reaktivierte Stürmer mal wieder: Anlass war sein zwischenzeitlicher Ausgleichstreffer beim 1:2 gegen Preußen Münster. "Alles Ruhm sei Gott. Nach drei bis vier Monaten Verletzung bin ich gesegnet, wieder auf dem Platz zu sein, zu trainieren und Spiele zu spielen. Diese Monate waren sowohl körperlich als auch geistig schwer", postete der Löwen-Angreifer und schob dann hinterher: "Aber wir haben sie gut gemeistert. Ich bin dankbar für die Menschen, die mir während dieser Zeit geholfen haben, meine Rehabilitation und Behandlungen möglich zu machen. Durch den Glauben habe ich durchgehalten und bin stark geblieben und habe durch Führung erreicht, was ich erreichen musste."

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Einen ersten Schritt zurück in die Stammelf des TSV 1860: Zwarts hat kurz nach seiner Einwechslung mit nur einer Aktion angedeutet, welch großes Potential in ihm schlummert. Dieses 1:1, das traumhaft von der Salzburger Leihgabe Kilian Ludewig vorbereitet war, war sehenswert. Solche Tore bestätigen den Instinkt des Angreifers. Es war Saisontreffer Nummer 5.

Zwarts war im vergangenen Sommer als Königstransfer vorgestellt werden. 1860 zahlte sogar eine Ablösesumme für den 24-Jährigen an Jahn Regensburg. In seinem ersten Einsatz erzielte er gleich einen Doppelpack beim 3:0-Sieg in Duisburg - und deutete seine Extraklasse an. Doch als im Herbst 2023 die Ergebnisse plötzlich ausblieben, wurden vom e.V.-freundlichen Fanblog sechzger.de Gerüchte platziert, die nie bewiesen werden konnten. Auch über Zwarts. Es wurde behauptet, dass die Spieler auf Raten der Löwen gedrängt worden seien, ihre Berater zu wechseln. Was nachgewiesen falsch war: Zwarts’ Agentur GOAL unterstützte den Stürmer auch bei seinem Wechsel an ADO Den Haag. Dem ehemaligen Geschäftsführer Marc Pfeifer sollen Schriftstücke vorliegen, mit denen 1860 nachweisen könnte, dass der Transfer - wie auch der von Leroy Kwadwo - “in jeglicher Hinsicht reibungslos und vor allem abgelaufen sei. Der Klub schrieb Ende Oktober in einer Stellungnahme: “Wir hoffen, dass wir den fälschlicherweise erweckten Eindruck hiermit korrigieren konnten.” Pfeifer wollte damals anwaltliche Schritte gegen den Fanblog einleiten, was aber vom Präsidium Reisinger abgelehnt worden ist.

Für Zwarts waren das neben seiner durch eine Bauchmuskelzerrung ausgelöste Zwangspause unerfreuliche Tage. Jetzt blickt er aber nur noch vorne. Am Donnerstag im Härttest beim österreichischen Top-Team LASK (15 Uhr, db24-Ticker) ist es durchaus möglich, dass Zwarts erstmals seit Monaten wieder von Beginn an aufläuft, um seinen körperlichen Rückstand weiter zu minimieren - wenn’s der Beistand von oben will…