VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Die Dritte Liga präsentiert sich mal wieder außer Rand und Band: Die Aufstiegsfavoriten Regensburg und Dresden verlieren gegen die Abstiegskandidaten Mannheim und Halle.

Die 0:1-Niederlage von Dynamo im Ost-Derby in Halle schlägt den Sachsen aufs Gemüt, denn der direkte Aufstiegsplatz ist jetzt erst einmal futsch. Für die Anfang-Elf ist die Pleite in Halle bereits Niederlage Nummer 5 im Jahr 2024. Gerät der geplante Aufstieg wieder in Gefahr? “Wir haben ein Spiel gespielt, dass wir nicht unbedingt verlieren müssen. Es war ein Kampfspiel. Das hatte mit Fußball wenig zu tun. Es war halt viel Kampf und sehr zerfahren”, lautete die Analyse von Dresden-Trainer Markus Anfang. Am Freitag kann Dynamo diese Scharte auswetzen - mit einem Heimdreier gegen 1860. Aber ob das klappt?

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Seinen ersten Sieg als Mannheim-Trainer feierte Marco Antwerpen - und was für einen: Mit 3:1 setzte sich der Waldhof gegen Tabellenführer Jahn Regensburg durch. Besonders im Fokus standen zwei Ex-Löwen, die als perfekte Joker stachen: Kevin Goden erzielte den Ausgleich - und der eingewechselte Martin Kobylanski bereitete das 2:1 vor und erzielte in der Schlußphase den Endstand. “Das war ein großer Schritt nach vorne”, fand Antwerpen bei seiner “MagentaSport”-Analyse nach seinem ersten Dreier. Noch stehen die Mannheimer aber auf einem direkten Abstiegsplatz.

Mit dem 0:1 gegen den SSV Ulm wurde die tolle Serie in 2024 der Löwen unterbrochen. Für Kapitän Jesper Verlaat eine unnötige Niederlage. Ihn ärgert besonders die Entstehung des entscheidenden Treffers in der 93. Minute: “Röser kommt ohne Gegnerdruck rein, keiner stört ihn beim Hochspringen. Er darf nicht so frei reinlaufen. Das sind dann Kleinigkeiten, die hintenraus spielentscheidend sind. Das darf uns nicht passieren. Das ärgert einen extrem.” Nach diesem Rückschlag bleiben die kampfstarken Löwen, bei denen sich die Ausfälle von Julian Guttau und Max Reinthaler bemerkbar machten, auf Rang 12.

Im Hoch befinden sich weiter die Hachinger. Sie nehmen vom Auswärtstrip nach Essen drei Punkte mit und gewinnen mit 3:1 bei Rot-Weiss. Der Sieg hätte sogar noch deutlicher ausfallen können. Die Spielvereinigung - derzeit auf Rang sieben - dürfte den Klassenerhalt nun endgültig in der Tasche haben. “Wir haben jetzt eine sehr, sehr gute Ausgangsposition”, freute sich Trainer Marc Unterberger nach dem Auswärtssieg: “Wir gehen schon davon aus, dass das jetzt reicht. Wir haben ein Spiel in der Hinterhand und noch unsere Ligaspiele. Mal gucken, wo es uns noch hinschwimmen kann. Aber wenn wir so spielen wie heute hier, ist sehr viel möglich mit der Mannschaft.”

Das Drittliga-Steno im Überblick:

1860 München - SSV Ulm 0:1. Tor: 0:1 (90.+3) Röser. Besonderheit: Frey sieht in der 61. Minute Rot. Zuschauer: 15.000.

Mannheim - Regensburg 3:1. Tore: 0:1 (40.) Kother, 1:1 (47.) Goden, 2:1 (57.) Karbstein, 3:1 (89.) Kobylanski. Zuschauer: 8.475.

Essen - Haching 1:3. Tore: 0:1 (23./Elfmeter) Hobsch, 1:1 (38.) Obuz, 1:2 (45.+2) Keller, 1:3 (61.) Krattenmacher. Besonderheit: Essens Berlinski sieht in der 21. Minute Rot. Zuschauer: 16.287.

Halle - Dresden 1:0. Tor: 1:0 (83.) Baumann. Besonderheiten: Halles Nietfeld verschießt in der 9. Minute einen Foulelfmeter; Dresdens Lemmer sieht in der Nachspielzeit Gelb-Rot. Zuschauer: 13.114.

Aue - Münster 2:3. Tore: 0:1 (9.) Batmaz, 1:1 (27.) Majetschak, 1:2 (31.) Grodowski, 2:2 (54.) Schikora, 2:3 (81.) Steczyk. Zuschauer: 8.167.

Lübeck - Saarbrücken 0:0. Tore: Fehlanzeige. Zuschauer: 4.434.

Sandhausen - Freiburg II 1:0. Tor: 1:0 (76.) Burcu. Zuschauer: 2.400.