VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Bevor der neue Übungsleiter Agis Giannikis (43) heute das erste Mal seine Mannschaft auf dem Trainingsplatz näher kennenlernen wird, ging's für die Löwen am Donnerstagnachmittag zum Rodeln an den Wallberg. Teambuilding nennt man diese Maßnahme. Wenn's hilft im Abstiegskampf der Dritten Liga...

Inklusive dem heutigen Tag bleibt dem gebürtigen Nürnberger jetzt genau noch eine Woche, um das Team auf den Abstiegsgipfel gegen den MSV Duisburg (20. Januar) einzuschwören und abzustimmen. Morgen steht die Generalprobe beim österreichischen Zweitliga-Dritten Schwarz-Weiß Bregenz an (15 Uhr, db24-Ticker) auf dem Plan.

Die Löwen haben absichtlich auf einen branchen-bekannten Retter, der das Szenerio schon mal durchgespielt beziehungsweise erfolgreich bestritten hat, verzichtet. “Am Ende des Tages geht es nicht um Feuerwehrmann oder Nicht-Feuerwehrmann”, erklärte der neue Sport-Geschäftsführer Dr. Christian Werner am vergangenen Mittwoch: “Es geht um einen Trainer, der zu uns passt, einen Entwickler. Wir denken nicht kurzfristig. Wir haben einen Plan, nach diesem Plan haben wir einen Trainer verpflichten können. Die Kategorie Feuerwehrman haben wir gar nicht gesucht.” Giannikis Vertrag gilt nach db24-Informationen bis zum 30. Juni 2025.

Was so nicht ganz stimmt: Bis zum letzten Tag war Marco Antwerpen, der vor zwei Jahren den 1. FC Kaiserslautern vom Abstiegsbereich auf den Relegationsplatz geführt wurde und dann gehen musste, über Wochen eigentlich der Top-Kandidat in München-Giesing. Und es war immer klar, dass Antwerpen mit Frank Döpper einen eigenen Co-Trainer mitbringen wollte.

Doch was ist dann passiert? Vize-Präsident Hans Sitzberger erklärt gegenüber der “tz”: “Argi war einfach der bessere Kandidat. Er hatte das schlüssigere Konzept, auch mit Blick auf den Sommer. Die Art und Weise, wie er es rübergebracht hat, hat jeden in unserer Runde überzeugt - anders als bei Antwerpen, der inhaltlich nicht so klar wirkte.” Nach db24-Informationen wurde Giannikis bereits im vergangenen Jahr nach der Köllner-Beurlaubung über einen Berater bei 1860 angeboten. Damals einigten sich die beiden Geschäftsführer Pfeifer/Gorenzel aber auf den Italo-Schweizer Maurizio Jacobacci. Dieser hatte sich gegen die Nürnberger Stürmer-Legende Marek Mintal final durchgesetzt. Und ist nach wenigen Monaten auch schon wieder Geschichte.

Neue Zeitrechnung mit Giannikis: Welcher Löwen-Trainer war seit dem Zwangsabstieg 2017 der Beste?

Umfrage endete am 25.01.2024 20:00 Uhr
Michael Köllner
54% (3442)
Daniel Bierofka
35% (2238)
Maurizo Jacobacci
4% (236)
Frank Schmöller
3% (163)
Günther Gorenzel
2% (157)
Oliver Beer
2% (133)

Teilnehmer: 6369

Die Besonderheit vom finalen Casting am vergangenen Montag: Die Löwen hatten die beiden Trainer nach db24-Informationen in ein Giesinger Hotel einbestellt. Dabei sollen sich Antwerpen und Giannikis - wie es der Zufall will - auch über den Weg gelaufen sein. Beide büffelten 2016 zusammen für die Uefa-Pro-Lizenz - mit im Kurs damals auch ein gewisser Julian Nagelsmann und Holger Bachthaler (Illertissen).

Wer saß bei den Gesprächen mit den beiden Trainer-Kandidaten am Tisch? Neben den beiden Geschäftsführern Dr. Christian Werner und Marc Pfeifer auch die beiden Vize-Präsidenten Hans Sitzberger und Heinz Schmidt - Präsident Robert Reisinger fehlte wie sooft in den letzten Monaten. Der Ober-Löwe ist aktuell im Asien-Urlaub. Er feiert am Montag seinen 60. Geburtstag.

Viele werden sich vielleicht fragen: Warum waren überhaupt Teile des Präsidiums dabei? Wofür setzt man auf das Vier-Augenprinzip der Geschäftsführung? Eine Trainer-Einstellung ist bei 1860 von Seiten des Muttervereins immer zustimmungspflichtig.