VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Der deutsche Fußball steht vor der Zerreißprobe…

Nach dem Investor-Entscheid für die DFL-Klubs wüteten am Freitag die Fans - oder die, die sich dafür halten: Beim Paderborner 3:0-Sieg gegen Hansa Rostock kam es zu heftigen Fan-Ausschreitungen. Das Spiel musste zweimal unterbrochen werden. Es stand kurz vor dem Abbruch. Nach der Partie zeigten sich Verantwortliche erschüttert. Paderborn-Geschäftsführer Martin Hornberger sagte bei “Sky”: “Ich bin seit 22 Jahren in verantwortlicher Position beim SC Paderborn. Ich habe so etwas noch nie erlebt. Man konnte mit Reaktionen rechnen. Dass die so heftig sind, war sehr überraschend.” Ein Gäste-Fan soll einen Ordner und einen Fan attackiert haben.

Hornberger wird deutlich: “Diese Gewaltexzesse sind nicht zu akzeptieren. Der komplette Gästebereich mit Toiletten, Cateringbereich und Einlasskontrollen ist zerstört worden. Ich habe Bilder gesehen und kann nur sagen: Das war Krieg.” Der Sachschaden soll über 100.000 Euro betragen.

Auch Rostocks Sportchef Christian Walter war fassungslos: “Raketenbeschuss muss wirklich nicht sein, da kann so viel passieren. Ich bin glücklich, dass niemand davon getroffen wurde.”

Wie lange schaut der DFB noch zu?

Der 1. FC Köln soll wegen des großflächigen Abbrennens von Pyrotechnik durch seine Fans beim 3:1-Derbysieg über Gladbach eine Rekordstrafe von 595.000 Euro zahlen. Die Löwen warten auf ihr Strafmaß von drei Fällen, intern rechnet man mit einer Strafe bis zu 50.000 Euro.