VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Mit großem Bedauern hat 1860-Ikone Fredi Heiß den Tod von Ferdl Keller aufgenommen. "Der Ferdl war nicht nur ein toller Fußballer, sondern auch ein herausragender Typ", erklärte der 83-Jährige am Mittwoch db24: "Den Ferdl hat einfach jeder gemocht."

Am Montag ist der gebürtige Pasinger im Alter von 77 Jahren verstorben - viel zu früh wurde er aus dem Leben gerissen. Er war nie krank. Doch Corona veränderte sein Leben schlagartig. Am Ende hatte er 35 Kilo abgenommen. “Ich bin wahnsinnig traurig”, gesteht Heiß, der in der Saison 1969/1970 mit Keller auch zusammengespielt hatte: “Keiner weiß, welche Krankheit der Ferdl wirklich hatte. Das Tragische ist: Keiner konnte ihm helfen.”

Keller war auch ein guter Golf-Spezl von Heiß: “Die Zeit in Südafrika bei ihm habe ich immer genossen. Ich bin ja auch mit seiner Familie befreundet.” Deswegen hat sich Heiß auch entschlossen, seinen Flug nach Teneriffa zu canceln und auf jeden Fall am Montag bei der Beerdigung seines verstorbenen Spezls dabei zu sein.

Als Sportler war Keller für 1860 ein Volltreffer. Er brachte es auf insgesamt 95 Tore für die Löwen. Nur Rudi Brunnenmeier traf öfter für den Traditiionsverein, stolze 139mal. Als Zweitliga-Löwe wurde Keller im Alter von 29 Jahren sogar für die deutsche Nationalmannschaft berufen, kam dabei zu einem Kurz-Einsatz beim 2:0-Sieg gegen Österreich. “Das war damals ein Novum im deutschen Fußball”, erzählt Heiß, “dass einer aus der Zweiten Liga eingeladen wurde. Das zeigte Ferdls besonderen Stellenwert.” Seine größte Zeit der Karriere erlebte Keller beim HSV, mit dem er 1977 den Europapokal der Pokalsieger gewann. Geliebt hat er aber seine Löwen. “Er war immer und zu jeder Zeit über alles informiert, was bei 1860 passiert ist”, erklärte seine Hilde, mit der Ferdl mehr als fünf Jahrzehnte verheiratet war, gegenüber db24.

Die Löwen-Familie verliert einen großen Menschen!

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