VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Champagner-Fußball kann Maurizio Jacobacci nicht versprechen, das hatte der Löwen-Trainer schon vor dem verlorenen Heimspiel gegen Aufsteiger VfB Lübeck (1:2) gesagt. Was der 60-Jährige aber definitiv in Aussicht stellen kann: Dass seine Mannschaft in Sandhausen (Samstag, 16.30 Uhr, db24-Ticker) eine Reaktion auf die erste Saison-Niederlage zeigen wird. "Ich habe mit der Mannschaft Tacheles geredet und ihr meine Ansprüche erklärt", begründete Jacobacci am Freitagnachmittag in der Spieltags-PK die 54-minütige Video-Analyse vom Mittwoch: "Meine Mannschaft weiß, dass sie eine sehr gute Anfangsphase gespielt hat...Wir wissen, was wir gegen Sandhausen spielen wollen. Es geht um die Einstellung. Nicht um 99 Prozent, sondern um 100 Prozent. Wir dürfen uns nicht zurücklehnen. Uns erwartet ein ganz schwieriges Spiel. Verstecken müssen wir uns aber nicht."

Jacobacci wollte sich bei der Kader-Auswahl noch nicht in die Karten schauen lassen. Es ist aber davon auszugehen, dass Neuzugang Marlon Frey sich über eine Startelf-Nominierung freuen darf, wenn man dem Löwen-Dompteur zuhört: “Mit der Einwechslung von Marlon Frey haben wir eine gewisse Struktur gezeigt und das Zepter in die Hand genommen. Das hat aber nichts mit der Auswechslung von Julian Guttau zu tun. Es ist nicht so, dass Guttau von mir den schwarzen Peter bekommen hat.”

Die Marschrichtung für den Sandhausen-Matchplan ist klar: “Wir haben den Gegner analysiert. Wir kennen seine Stärken, aber auch seine Schwächen. In Sandhausen müssen wir sehr solide sein. Das ist ein Aufstiegsaspirant. Sandhausen hat enorme Qualität. Wir dürfen da aber nicht hinfahren, um ein Resultat zu verteidigen, sondern müssen zeigen, dass wir gewinnen wollen.” Jacobacci baut da vor allem auf die besondere Geschwindigkeit seiner Akteure: “Wir haben schnelle Spieler - wir haben gute Voraussetzungen, um aus einer gesicherten Abwehr unsere Aktionen zu starten.”

Gleichzeitig mahnt er seine Mannschaft eindringlich: “Wir können uns keinen Spieler leisten, der weniger leistet als die anderen. Das habe ich auch dem Team signalisiert. Wenn das einer nicht versteht, bekommt er keine dritte Chance. Ich erwarte die kämpferische Bereitschaft. Es geht nur über den Kampf. Die Defensivarbeit gehört einfach dazu.” Dabei erinnert er auch an die vergangene Saison. “Es waren letzte Saison Spieler da, die genau das nicht konnten und wollten: Die haben dann aber bei mir auch nicht gespielt.” Beispiele gefällig? Grüsse an Raphael Holzhauser oder Martin Kobylanski.

Insgesamt ist Jacobacci aber mit dem bisherigen Löwen-Auftakt - die Mannschaft ist Dritter - zufrieden: “Drei Spiele, sechs Punkte ist ein gutes Resultat - normalerweise solltest du heute neun Punkte haben. Gegen Lübeck musst du gewinnen. Wir haben es versiebt…Wir dürfen aber nicht das Damoklesschwert über das Team richten. Auch diese Niederlage kann für uns im Verlauf der Meisterschaft wichtig sein.” Beweistermin ist am Samstag in Sandhausen.