VON OLIVER GRISS UND KIRCHNER-MEDIA (IMAGO)

Bei Türkgücü München gehen die Lichter aus - die Frage ist nur: Wann genau?

Am Mittwochmittag erklärte der DFB, dass der Einspruch des Münchner Drittligisten gegen den 11-Punkte-Abzug abgeschmettert worden ist. Damit nimmt der Verband dem Klub den letzten Strohhalm.

In der Liga regt sich unterdessen längst der Unmut: Viele Vereine sind unzufrieden, weil immer noch nicht geklärt ist, ob Türkgücü in der Wertung bleibt oder demnächst den Spielbetrieb verlässt.

Wettbewerbsverzerrung droht im Auf- und Abstiegskampf.

Auch 1860-Geschäftsführer Günther Gorenzel hat den Insolvenzfall genau im Blick. “Wir sehen ganz genau hin, was dort passiert”, erklärte der Österreicher in der Zoom-PK auf db24-Anfrage: “Aus meiner Sicht sind die wirtschaftlichen Kriterien ganz klar festgeschrieben. Wir werden schauen, wie mit diesen Kriterien umgegangen werden. Das ist das Eine. Und das Zweite ist: Auch der DFB hat klare Kriterien, wie in der Causa vorgegangen wird und der DFB beruft sich immer auf die Sorgfaltspflicht, wenn’s um die Vereine geht. Aus meiner Sicht ist aber auch der DFB in der Pflicht, die Dinge wirklich korrekt umzusetzen und so umzusetzen, wie es die Vorschriften vorgeben. Und da werden wir sehr genau hinsehen, wie da entschieden wird, denn das hat eine große Auswirkung auf die gesamte Liga.”

Gorenzel wird mit seiner Kritik an den DFB sogar noch deutlicher und hinterfragt das Lizenzierungsverfahren: “Man muss sich schon fragen, warum das im zweiten Jahr wieder passiert? Wir haben voriges Jahr einen Insolvenzfall gehabt (KFC Uerdingen, d. Red.) - jetzt wieder. Da muss man sich hinterfragen, was besser laufen kann. Wenn wir schon immer von Sorgfaltspflicht sprechen, dann muss der DFB auch schauen, was er besser machen kann, damit wir nicht jedes Jahr einen Insolvenzfall haben. Es wünscht sich niemand, dass Entscheidungen am grünen Tisch in die Praxis hineinwirken.”