VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)

Der TSV 1860 glaubt an seine Chance, in der Rückrunde - bei aktuell sieben Punkten Rückstand auf Platz zwei - noch einmal in das Aufstiegsrennen der Dritten Liga einzugreifen. Das Trainingslager in Belek hat neue Kräfte freigesetzt.

Michael Köllner rechnet damit, dass selbst die zwölf auslaufenden Verträge, darunter von etablierten Kräften wie Marco Hiller, Stephan Salger, Dennis Dressel oder Richard Neudecker, kein Hindernis sein werden. “Ich glaube, dass das für einen Drittliga-Verein eine relativ normale Situation ist”, erklärte Michael Köllner im Gespräch mit db24: “Als Drittliga-Klub einem Spieler einen Vierjahres-Vertrag zu geben, ist relativ schwierig. Erstmal machen das die Spieler nicht mit, denn für einen relativ guten Spieler kann die Dritte Liga keine Heimat sein. Für uns als 1860 soll das auch nicht die Heimat sein, das heißt: Wir brauchen auch Handlungsoptionen, wenn wir wirklich mal aufsteigen sollten und nicht 25 Spieler nach oben mitschleppen können.” Ein warnendes Beispiel ist vor allem der FC Ingolstadt, der trotz überdurchschnittlichem Drittliga-Kader in der Zweiten Liga Kanonenfutter ist.

Köllner baut auf die neue Geschlossenheit und Homogenität des eigenen Kaders: “Man muss vor allem eines schaffen, was uns in der Vorrunde nicht so super gelungen ist: Wir müssen eine Gruppe schaffen, egal unter welcher eigenen persönlichen Situation. Wenn uns das gelingt - und dazu haben auch die Tage von Belek sehr geholfen, dann ist es egal, wie die Vertragssituation bei dem ein oder anderen ist.”

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Wichtig sei für Köllner vor allem bei der künftigen Kadergestaltung bei wahrscheinlich kleinerem Budget, dass der Mix aus regionalen und überregionalen Profis passt - und die Gesichter der Mannschaft langfristig an den Verein gebunden werden. “Natürlich musst du Ankerspieler halten”, sagt der 52-Jährige: “Da gehört sicherlich ein Marco Hiller dazu oder Stefan Lex in der neuen Rolle. Oder mit Phillipp Steinhart oder Daniel Wein verlässliche Größen. Natürlich brauchst du Spieler, die aus München sind, die aus dem eigenen Nachwuchs kommen, die eine regionale Bindung haben. Und dann kommen auch noch Marius Willsch oder Fabian Greilinger dazu, denn das sind gefühlt die Spieler, die bei jedem Fan aus dem Nachbarhaus kommen könnten. Das darf man nicht unterschätzen.”

Zur Blutauffrischung des Kaders gehören laut Köllner Profis wie Marcel Bär oder Yannick Deichmann, die sich in neuer Wahlheimat beweisen wollen. “Das sind Spieler, die jetzt mit München nichts am Hut haben und nach ihrer Zeit die Stadt wieder verlassen und weiterziehen werden, aber sich trotzdem in ihrer Zeit bei 1860 einbringen können”, so Köllner und fügt hinzu: “Wenn wir das hinbekommen, wird das funktionieren. So wie es ist, ist es ok - mit diesen Zwei-Jahres-Geschichten. Dann hast du auch die Chance, frisches Blut reinzubringen.”

Köllner hofft, dass in den nächsten Monaten die Berater nicht zu viel Einfluß auf sein Personal nehmen werden: “Bei dem ein oder anderen Spieler ist das aber schon schwierig, wenn die Berater dann immer mal wieder rumfeilen, dass es den Spieler dann immer wieder raushaut, weil er mental zu sehr mit der Thematik beschäftigt ist.”