VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Nur noch zwei Tage bis zur Wiederaufnahme des Liga-Betriebs - für den TSV 1860 könnte der Start nicht heftiger sein, denn mit Wehen Wiesbaden kommt einer der stärksten Mannschaften ins Grünwalder Stadion (Samstag, 14 Uhr, db24-Ticker). Und das ist nur der Anfang - die Frage ist: Wie geil wird der Januar wirklich?

Michael Köllner kennt natürlich das Hammer-Programm seiner Löwen allzu gut. Trotzdem, Druck auf seine Mannschaft will er keinen aufbauen. “Bei Sechzig habt ihr mir schon tausend Schicksalsspiele serviert”, sagte der 52-jährige Oberpfälzer lachend in einer Presserunde: “Ich kann mir doch nie drei Spiele erlauben, in denen wir nicht liefern. Der Januar ist richtig geil. Du kannst jedes Spiel gewinnen, aber auch jedes verlieren.”

Was für Köllner besonders bitter ist: Wieder muss 1860 in den Heimspielen auf Giesings Höhen - wie schon im Vorjahr - ganz ohne Fans auskommen. “Es ist furchtbar schade, dass alles ohne Zuschauer stattfinden muss”, erklärt der Cheftrainer und erinnert sich immer wieder gern an das Highlight des Herbsts: “Sechzig gegen Schalke, das hat Lust auf mehr gemacht. Sechzig in seiner Reingewalt. So verstehe ich auch meinen Job: Jeder, der mit Sechzig in Verbindung steht: nebendran an der Tankstelle, in einem Dönerladen, oder ein Giesinger, der hier wohnt, aber nicht mehr ins Stadion geht: Die sollen alle ein Lebensgefühl kriegen, das positiv ist. In Nürnberg konnte ich einem ganzen Landstrich zu einem Hochgefühl verhelfen. Gerade in dieser scheiß Pandemie ist es wichtig, dass Sechzig gewinnt - dann können da für manche Fans noch hundert Varianten kommen. So etwas treibt mich an: Dass wir einen geilen Januar hinbekommen.”

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Eine Jagdsaison will Köllner im neuen Jahr aber nicht mehr ausrufen. “Ich weiß nicht, ob wir eine Jagdsaison ausrufen sollten. Ich habe nicht den Eindruck, dass außer Magdeburg vielleicht eine Mannschaft im Januar alles gewinnen wird. Wir wollen tolle Ergebnisse holen und dann werden wir sehen, was möglich ist. Da interessiert mich nicht, wie viele Punkte wir Rückstand haben. Vor einem dreiviertel Jahr hatten wir 13 Punkte Rückstand auf Dresden und mussten sie zuhause schlagen, um auf zehn heranzukommen. Entscheidend ist, dass du in der Schlussphase dabei bist und vielleicht eine Pokal-Überraschung schaffen kannst. Deshalb sind schon die nächsten Spiele wichtig, damit du Euphorie entfachst und einen Schub kriegst - eventuell auch angeheizt durch unser Trainingslager.”