VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)

Als die Meldung vom Bundeskartellamt vor rund zwei Wochen öffentlich wurde, dass die 50+1-Regel generell mit dem geltenden Recht vereinbar sei, jubelten einige Löwen-Fans schon verfrüht, ohne aber das Statement zwischen den Zeilen zu lesen. Denn: Das Bundeskartellamt kritisiert den Sonderstatus für einige Konzernklubs - und genau das wird zur Folge haben, dass sich was ändern wird im deutschen Fußball…

Die DFL wird sich auf einer außerordentlichen Mitgliederversammlung im Juli mit 50+1 befassen. Die Regel soll auf den Prüfstand gestellt werden. Dort soll laut DFL-Mitteilung vom Donnerstag mit den 36 Klubs der Bundesliga und Zweiten Liga das weitere Vorgehen besprochen werden, nachdem das Bundeskartellamt Ende Mai Zweifel an der einheitlichen Anwendung und Durchsetzung der Regel geäußert hatte. Der DFB, der die Dritte Liga unter seinem Dach hat, müsste bei einer neuen Neueinschätzung nachziehen…

Das Bundeskartellamt hatte in seiner vorläufigen Einschätzung festgestellt, dass das Grundprinzip der Regel aufgrund der damit verfolgten sportpolitischen Ziele kartellrechtlich unbedenklich sei. Jedoch äußerte Kartellamts-Präsident Andreas Mundt Zweifel an “der Kombination mit der derzeitigen Förderausnahme”. Konkret gibt es diese Ausnahme bei Bayer Leverkusen, der TSG Hoffenheim und dem VfL Wolfsburg - aber auch RB Leipzig ist mit seinen 21 (!) Mitgliedern zu hinterfragen.

Für den TSV 1860 spielt 50+1 derzeit eher eine untergeordnete Rolle, denn beide Gesellschafter haben sich nach Jahren des kalten Krieges mittlerweile arrangiert.