VON OLIVER GRISS

Es gab nicht wenige Fans, die von bekannten Namen als Mölders-Pendant geträumt haben: Martin Harnik, Emil Berggreen Benjamin Girth oder Patrick Schmidt. Geworden ist es vor dem Liga-Start in Meppen (Samstag, 14 Uhr, db24-Ticker) neben dem jungen Tim Linsbichler (20, zuletzt U21 Hoffenheim) der gebürtige Wiener Martin Pusic, 32, der zuletzt bei Insolvenz-Klub SV Mattersburg unter Vertrag stand. In den letzten zwei Jahren absolvierte Pusic für den ehemaligen Erstligisten 46 Spiele und erzielte dabei 14 Tore. Nach der Pleite hatte der in der Offensive variabel einsetzbare Pusic zunächst keinen neuen Verein gefunden - bis 1860-Sport-Geschäftsführer Günther Gorenzel bei ihm anrief und ihn verpflichtete.

Was können die Löwen von Pusic erwarten?

Auffällig in seiner Statistik ist zunächst einmal: Der Angreifer ist nicht abgeneigt, desöfteren die Vereine zu wechseln: Der TSV 1860 ist bereits sein 16. (!) Verein. Der Löwen-Neuzugang spielte bereits für Klubs wie Sparta Rotterdam, Brann Bergen, FC Kopenhagen, FC Midtjylland, Hull City, Vienna, AC Horsens, Altach, Valerenga Football oder Admira Wacker Mödling. Beim AC Horsens war er nur vier Tage an Bord. Weil der Trainer nur auf 40-Meter-Einwürfe und Standards setzte, löste Pusic seinen Vertrag wieder auf.

Im Jahr 2018 begründete Pusic gegenüber spox.com seine Wechselfreudigkeit: “Mein Ziel war es, in den besten Ligen zu spielen, deshalb wollte ich immer etwas Neues sehen. Im Fußball ist es leicht, neue Länder und deren Kulturen kennenzulernen. Das war für mich schon immer reizvoll.”

Der TSV 1860 verpflichtet mit Martin Pusic und Tim Linsbichler zwei Stürmer: Wo landet 1860 in der Dritten Liga?

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Seine erfolgreichste Zeit hatte er laut Statistik in der dänischen Elite-Liga. In 95 Einsätzen erzielte er 37 Tore. 2015 wurde er im Trikot des FC Midtjylland Torschützenkönig in Dänemark. Insgesamt kann Pusic auf 310 Profi-Einsätze bislang zurückblicken, in denen er 105 Treffer schoß - und das durchaus facettenreich mit links, mit rechts oder dem Kopf.

Vor zehn Jahren trainierte Pusic auch mal zur Probe beim damaligen Zweitligisten MSV Duisburg mit - wurde aber schließlich nicht verpflichtet. Sein neues Kapitel heißt nun 1860. Und da passt´s irgendwie auch, dass Pusic, der als sehr gläubiger Mensch gilt, Ex-Löwen-Stürmer Davor Suker verehrt. “Kroatien wurde bei der WM 1998 Dritter, Davor Suker hat mir als Torschützenkönig sehr imponiert”, sagte Pusic einmal.

Pusic ist der etwas andere Fußball-Profi. Von Social Media hält er beispielsweise nicht allzu viel, wie er gegenüber spox.com verraten hat: “Ich glaube, es ist besser, seine Zeit mit der Familie und Freunden zu genießen, anstatt Fotos von jedem Schritt zu machen. Ich habe zwar ein Facebook- und Instagram-Profil, für mich ist das aber nur Zeitverschwendung. Ich will wirklich keine Reklame über mich selbst machen, sondern nur auf dem Platz stehen, damit die Leute sehen, was ich als Fußballer leiste. Der Rest ist mein Privatleben, das will ich nur für mich selbst haben.”

Das sind nicht die schlechtesten Ansichten, jetzt muss er nur noch bei 1860 performen.