VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Robert Reisinger hat sich zuletzt äußerst rar gemacht: Als es in der Dritten Liga auf der Zielgeraden um die Wurst ging, fehlte der Ober-Löwe beim 1:2 gegen Bayern II und dem finalen 0:2 gegen Ingolstadt auf der Tribüne des Grünwalder Stadions. Auch Interviewanfragen aus dem Münchner Boulevard lehnt er ab. Dafür zeigte sich der 56-Jährige am vergangenen Wochenende immerhin bei einer Fanclub-Einweihung im oberfränkischen Coburg. Reisinger nahm Fans in den Arm und ließ Erinnungsfotos zu.

Am heutigen Donnerstag jährt sich der Aufstieg Reisingers beim TSV 1860 zum dritten Mal: Am 23. Juli 2017 wurde der Unternehmensberater aus Kirchheim bei München von der Mitgliederversammlung zum Nachfolger des zurückgetretenen Peter Cassalette gewählt. Reisinger bekam 844 Ja-Stimmen, 365 Mitglieder stimmten mit Nein. Damals sagte er: “Ich bedanke mich für den Vertrauensvorschuss und hoffe, dass ich es zurückzahlen kann.”

Drei Jahre Löwen-Präsident: Sind Sie mit der Arbeit von Robert Reisinger zufrieden?

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Und bei der Bewertung seiner Arbeit scheiden sich die Geister: Während die einen unter Reisinger eine Entwicklung inklusive Mitgliederzuwachs beim TSV 1860 sehen, kritisieren die anderen seine destruktive Politik, die fehlende Transparenz und vor allem den Umgang mit Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik. Zudem treten die Löwen wirtschaftlich auf der Stelle und schreiben trotz Reisingers Ankündigung (“Wir geben nicht mehr aus als wir einnehmen”) weiterhin rote Zahlen. Und einen sportlichen Plan, die Dritte Liga so schnell wie möglich Richtung Zweite Liga zu verlassen, gibt es auch nicht. Zuletzt sagte 1860-Idol Benny Lauth gegenüber der “AZ” völlig zurecht: “Die Löwen drehen sich im Kreis.”

Um 1860 wieder nach vorne zu bringen, braucht es eine starke Kurskorrektur: Kommt da noch was, Robert Reisinger?