VON OLIVER GRISS

Vor einigen Wochen versprach 1860-Boss Robert Reisinger gegenüber dem “Wochenanzeiger”: “Wir als Verein haben mit einer Reihe von Bewerbern gesprochen. Es wird eine hochqualifizierte und erfahrene Fachkraft für den kaufmännischen Bereich kommen – soviel steht fest.”

Die “SZ” hat die “Spiele” eröffnet und in ihrer Freitagsausgabe berichtet, dass der TSV 1860 nun zwei Kandidaten für die Geschäftsführer-Nachfolge von Michael Scharold habe. Der Verein habe seinen Kandidaten nach einem Casting gefunden. Das Blatt schreibt, dass Kandidat X aus der Regionalliga käme. Einen Namen nannte man nicht. Dazu aber später mehr. Ja und dann habe auch noch Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik einen Vorschlag gemacht - und zwar, jetzt wird’s spannend: Die “SZ” kennt den Namen. Es soll sich demnach um Sven Froberg handeln. Der 48-Jährige war bis April Marketing- und PR-Chef des Erstligisten VfL Wolfsburg. Zwei Jahre lang. Jetzt arbeitet er dem VW-Klub als externer Berater zu. Expertise im kaufmännischen Bereich? Nicht bekannt. Früher war Froberg u.a. Sportchef bei Sat1.

Braucht 1860 in der aktuellen Konstellation einen zweiten Geschäftsführer neben Günther Gorenzel?

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Die e.V.-Seite hat ihr eigenes Casting (inklusive Vorstellung beim Verwaltungsrat) vor einiger Zeit beendet - und sich auf einen Geschäftsführer-Kandidaten verständigt. Der Name wird unter Verschluss gehalten, aber db24 kennt seinen Namen: Nicolai Pfeifer.

Der 39-jährige Schwabe ist aktuell noch Geschäftsführer des Oberligisten Stuttgarter Kickers (5. Liga). Seit Dezember 2017 ist er beim ehemaligen Erstligisten der Boss. Zuvor arbeitete Pfeifer u.a. für die Ausrüster Nike und Hummel. Von 2008 bis 2010 hospitierte er an der Seite von Hermann Gerland bei der U23 des FC Bayern. Auch beim VfB Stuttgart ging er in die Ausbildung.

Sollte Pfeifer den Job bei den Löwen bekommen, ist er zumindest krisen-erprobt. Die Kickers sind nur noch eine traurige Nummer auf der Fußball-Landkarte. Derzeit Platz drei hinter dem VfB Stuttgart II und Göppinger SV.

Jetzt geht’s für beide Gesellschafter darum, die beste Lösung für den TSV 1860 zu finden. Laut “SZ” ist der e.V.-Kandidat der Ismaik-Seite zu unerfahren, dem e.V. dagegen der Vorschlag der Investorenseite zu teuer. Kommt’s zu einem Kompromiss - oder wird am Ende Präsident Robert Reisinger via 50+1 wieder den e.V.-Kandidaten durchsetzen? Die Zeit drängt. Zum 30. Juni will Scharold, den die Vereinsseite vor zweieinhalb Jahren durchboxte, abtreten.