VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (MIS)

Vereinen statt spalten, oder was?

Daniel Bierofka ist das Aushängeschild des Vereins. Der 40-Jährige ist nicht nur Trainer, sondern einzige Identifikationsfigur. Der Ex-Nationalspieler hatte einst große Pläne beim TSV 1860, doch nach den jüngsten Aussagen von Präsident Robert Reisinger samt Anhang ist nichts mehr so wie es einmal war.

Zitat: “Daniel Bierofka hat beim TSV 1860 München eine besondere Rolle, die über die eines normalen Trainers hinausreicht. Seine Scharnierfunktion in alle Richtungen und seine persönliche Identifikation mit den Löwen ermöglicht, dass sich irgendwie alle auf ihn einigen können. Auch unser Mitgesellschafter, der bis dato als wenig geduldig mit Trainern gilt. Das ist erfreulich und hat ihm einen langfristigen und für die Verhältnisse in der 3. Liga gut dotierten Vertrag eingebracht.”

Bitte was? Reisinger spricht über Bierofkas Gehaltsvolumen. Ein absolutes No-Go - und wohl einmalig im deutschen Fußball. Provozieren die Löwen-Bosse Bierofkas Abschied? Im Sommer hatte der Trainer nach db24-Informationen ein Angebot von Zweitliga-Absteiger FC Ingolstadt, entschied sich dann aber gegen einen Wechsel von der Isar an die Donau, um bei seinem Herzensverein etwas aufzubauen.

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Gleichzeitig spricht die Vereinsspitze in ihrem Statement erstmals über einen Bierofka-Abschied: “Der TSV 1860 schätzt Bierofkas Engagement und weiß es zu honorieren. Doch auch in seinem Fall gelten die bekannten Mechanismen der Branche: Erhält er ein attraktives Angebot eines höherklassigen Klubs, kann ihm niemand verdenken, wenn er die Offerte annehmen würde. Als junger Trainer muss er auch seine eigene Karriere im Blick haben. Der TSV 1860 München hat vor Daniel Bierofka existiert und er wird es auch nach ihm tun. Seine Verdienste um die Löwen schmälert das nicht.”

Wetten, dass der TSV 1860 nach der “Ära Reisinger” noch existieren wird?