VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Es geht um vergleichsweise kleines Geld, um noch einen Stürmer für den TSV 1860 zu verpflichten. Doch der marode Giesinger Traditionsklub kann den Wunsch von Trainer Daniel Bierofka nach einer weiteren Verstärkung bislang nicht erfüllen - und das obwohl selbst Laien sehen, dass den Löwen im Angriff deutlich die Durchschlagskraft fehlt. Über eine Verpflichtung von Daniel Frahn (zuletzt Chemnitz) denkt man an der Grünwalder Straße nicht nach.

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Am 2. September läuft die Wechselfrist ab: Ob der Löwe noch einmal nachlädt? Es vergeht Woche um Woche - und nichts bewegt sich. Das Problem: Der TSV 1860 ist - auch wenn es oft von Vereinsseite anders dargestellt wird - handlungsunfähig. Der Verein kann weder die im Sommer 2020 auslaufenden Verträge seiner Leistungsträger verlängern, noch neue Spieler verpflichten. Ein Armutszeugnis für den einst so ruhmreichen TSV.

Kein Wunder, dass sich Bierofka im Stich gelassen fühlt. “Das Problem ist, dass alle reden, aber nur einer da ist, der was macht! Das mit Timo Gebhart und Aaron Berzel ist auch über meine Schultern gelaufen”, erklärte der Ex-Nationalspieler am Mittwoch nach dem Training enttäuscht: “Ich versuche alles zu machen, was möglich ist, nehme die Bedingungen an – und die anderen reden halt!”

Eine deutliche Ansage an die Bosse des TSV 1860. Finanz-Geschäftsführer Michael Scharold ist seit seinem Eingeständnis, dass sich der Verein verkalkuliert habe, mehr oder weniger abgetaucht. Auch um Präsident Robert Reisinger ist es ruhig geworden. Man scheint es an der Grünwalder Straße trotz aller Warnungen in Kauf zu nehmen, dass den Löwen eine schwierige Saison droht.

Immerhin ist am Mittwoch nach langer Verletzungspause Abwehrspieler Eric Weeger wieder ins Training eingestiegen. Eine Alternative ist er für das Toto-Pokal-Spiel bei Landesligist FT Schweinfurt (Donnerstag, 18.30 Uhr, dieblaue24-Liveticker) noch nicht. Dafür dürfen Timo Gebhart, Aaron Berzel und Marco Hiller von Anfang an ran.