VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (MIS)

Robert Reisinger (55) steht unter Druck beim TSV 1860: Nachdem er bereits im Winter den Konsolidierungskurs eingeläutet hat, blutet jetzt die Drittliga-Mannschaft aus. Es droht eine Horror-Saison. Jetzt schreibt der Unternehmensberater aus Kirchheim im Vereinsheft an die Mitglieder und hofft bei der Mitgliederversammlung am 30. Juni im Zenith auf ihre Unterstützung. Gleichzeitig begrüßt Reisinger auch, dass Saki Stimoniaris neuer Aufsichtsratsvorsitzender ist. Das Schreiben im Wortlaut:

Der Verwaltungsrat unseres Vereins schlägt der Mitglie- derversammlung einstimmig das Präsidium Reisinger/Schmidt/Sitzberger für eine weitere Amtsperiode vor. Die Nominierung für eine Wiederwahl freut mich. Ich nehme die Aufgabe im Team mit meinen Kollegen Heinz Schmidt und Hans Sitzberger gerne an und bitte um Ihre Stimme in der Mitgliederversammlung.

In den vergangenen vier Monaten hat ein polarisierender Wahlkampf um das Präsidentenamt auf offener Bühne – der von der Satzung in dieser Form nicht vorgesehen ist – die Berichterstattung in den Zeitungen beherrscht. Das war nicht in meinem Sinne und ich habe die Auseinandersetzung, bei der es ausschließlich um den Profifußball ging, bewusst nicht befeuert. Ein Überbietungswettbewerb an Versprechungen hilft nach meiner Ansicht niemandem.

Reisinger oder Bierofka: Wem vertrauen Sie bei 1860 mehr?

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Umso mehr begrüße ich es, dass unser Mitgesellschafter seinen Interessenvertreter Athanasios Stimoniaris in Folge der Nichtnominierung als Präsidentschaftskandidat stattdessen zum Vorsitzenden des Aufsichtsrats in der TSV München von 1860 GmbH & Co. KGaA gemacht hat. Eine gute Entscheidung. Dadurch gibt es keinen Verlierer im Wahlkampf. Der TSV 1860 München braucht viele helfende Hände. Alle Kräfte sollten eingebunden sein. Herr Stimoniaris ist in seiner Funktion als Aufsichtsratsvorsitzender näher am Profifußball und kann dort sein angekündigtes Vorhaben, große Sponsoren für den Klub gewinnen zu wollen, sogar noch besser realisieren.

Wir werden im Verein auch künftig strategische Debatten über Gemeinsamkeiten, Nichtübereinstimmungen und die künftige Ausrichtung des TSV 1860 München erleben. Das ist für die Entwicklung des Klubs wichtig. Wir sollten sie mit Respekt und Achtung voreinander führen.