VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (MIS)

Das Statement von 1860-Trainer Daniel Bierofka vor dem heutigen Heimspiel gegen Münster (14 Uhr, dieblaue24-Liveticker) ist klar und deutlich: “Man sollte das eigentliche Fußballspiel wieder mehr in den Fokus rücken und zumindest in diesen 90 Minuten die anderen politischen Themen vergessen. Das hat auch die Mannschaft verdient, dass man sie gemeinsam während den Spielen unterstützt und zusammen nur für den Sieg lebt. Alles andere kann ich sowieso nicht beeinflussen, das ist einfach der Lauf der Zeit. Wenn man die Politik wenigstens im Stadion weglässt, das wäre glaube ich ganz gut.”

"Löwenfans gegen Rechts" produzieren Anti-Ismaik-Shirts: Ein Fehler?

Umfrage endet am 26.04.2019 10:00 Uhr

Ein frommer Wunsch von Bierofka, der sich womöglich nicht erfüllen lässt, denn: Die Löwenfans gegen Rechts lassen nicht locker, nachdem sie unter der Woche ankündigten, Anti-Ismaik-Shirts vor dem Heimspiel zu verkaufen. Die Geschäftsführung reagierte in Form einer Presseerklärung und distanzierte sich von dieser Aktion - und das gefiel der Faninitiative, die seit 1995 besteht, überhaupt nicht. “Ein Ding der Unmöglichkeit!”, schimpfte Herbert Schröger, 1860-Ehrenrat und Ansprechpartner der Gruppierung, nun gegenüber der “AZ”, “dass wir in dieser Stellungnahme namentlich genannt und an den Pranger gestellt werden.” Laut Schroeger sei es nie um Mehrheitsgesellschafter Hasan Ismaik gegegangen, sondern um “Meinungsfreiheit”. So kann man sich auch aus der Sache heraus reden…

Was Schriftsteller Schroeger am meisten stört: “Dass wir herausgepickt und in der Öffentlichkeit vorgeführt werden. Wegen hundert T-Shirts, mit denen wir auf eine Zensur aufmerksam machen wollen, die die begangen haben. Und die faseln im gleichen Statement was von Meinungsfreiheit. Das regt mich auf.” Was die Löwenfans gegen Rechts anscheinend nicht wissen: Mit dieser Aktion verletzen sie nicht nur die Markenrechte des TSV 1860 sowie die Persönlichkeitsrechte von Hasan Ismaik, sondern haben dem Profisport bei 1860 auch einen Bärendienst erwiesen.