VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (MIS)

Nein, Daniel Bierofka ging nicht unvorbereitet in die BR-Sendung “Blickpunkt Sport”, er war einfach nicht involviert, was sich am Samstagmittag vor dem überzeugenden 2:0-Heimsieg gegen den FSV Zwickau bei der Aufsichtsratssitzung in der Geschäftsstelle abgespielt hat. “Am Dienstag werde ich mit Michael Scharold sprechen”, sagte der Trainer am Sonntag zu Moderator Markus Othmer: “Ich hoffe, es wird ein positives Gespräch.”

Fakt ist: Die Versammlung fand ohne Yahya Ismaik, den Vorsitzenden des Gremiums, statt. Der Bruder von Investor Hasan Ismaik hatte überraschenderweise kurzfristig das Treffen abgesagt - und so waren von der Investorenseite nur Saki Stimoniaris und Peter Cassalette anwesend, die allerdings eine Vollmacht von Ismaik in der Tasche hatten. Vom Verein nahmen Robert Reisinger, Karl-Christian Bay und Thomas Heigl (Die Bayerische) teil. Ebenfalls am Tisch: Geschäftsführer Michael Scharold und Vereinsanwalt Guido Kambli, das letzte Relikt aus der Wildmoser-Zeit.

Trainer Daniel Bierofka hat Visionen: Welche Träume mit 1860 haben Sie?

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Was die Löwen ein wenig irritiert: Die von Geschäftsführer Michael Scharold vor einigen Wochen angeforderten 1,5 Millionen Euro sind auf dem 1860-Konto noch nicht eingegangen - Geld, was der Verein für den Nachweis der Liquidität vor dem DFB bis zum 15. Januar 2019 braucht. In dieser Woche soll das zugesagte Geld transferiert werden, heißt es an der Grünwalder Straße. Eine Geldstrafe oder ein Punktabzug, wie im e.V.-Umfeld immer wieder kolportiert wird, erfolgt mit der um eine Woche verspäteten Überweisung nicht. Auf db24-Anfrage sagte Ismaiks Sprecher Saki Stimoniaris am Sonntag: “Wenden Sie sich bitte an Michael Scharold. Er ist in alles involviert. Es ist alles gut.”

Zukunftsweisende Entscheidungen wurden am Samstag nicht getroffen. Die Beförderung von Günther Gorenzel zum Sport-Geschäftsführer wurde vorerst verschoben: Nachdem die Personalie wochenlang in den e.V.-Gremien behandelt wurde (es gab auch ein Kennenlern-Treffen zwischen Sebastian Seeböck und dem Sportchef), soll man auf Investoren-Seite etwas verwundert gewesen sein, dass Präsident Reisinger ins operative Geschäft eingegriffen habe und ohne Wissen des Hauptgesellschafters die Gehaltsverhandlungen mit Gorenzels Berater führte. Reisinger will aber laut Protokoll einen Auftrag gehabt haben.