VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (FOTO)

Karsten Wettberg, der König von Giesing, wehrt am Handy gleich ab. “Nein, eine Revolution ist das nicht, denn ich schiele nicht auf ein Amt. Mir geht es ausschließlich um den Sport, um den Fußball”, sagte die Löwen-Legende am Montagmittag gegenüber dieblaue24, “aber wir müssen alle zusammenhelfen, dass der TSV 1860 im Amateurfußball nicht stirbt. Mit dem aktuellen Kurs fährt man den Verein gegen die Wand. Ohne Geld lässt sich ein Verein wie 1860 nicht tragen. Ich bin gegen ewigen Amateurfußball. Wacker München ist ein Negativbeispiel für uns, wie schnell man von der Bildfläche verschwinden kann. Ich will, dass sich beide Seiten zusammenraufen. Wir können den Investor nicht verschweigen. Er hält 60 Prozent an der KGaA. Man kann Ismaik nicht einfach rauswerfen.”

Man kann Ismaik nicht einfach rauswerfen

Deswegen will Wettberg den Kurs der ARGE, dem größten Dachverband der Fans, unterstützen. Er war wie Werner Lorant und Bernhard Winkler am vergangenen Freitag auch im “Daxerhof” in Olching, um die Regionsvorsitzenden aufzuklären, wie es um den TSV 1860 wirklich bestellt ist. Was ihn ärgert: “Die Mitglieder werden vom Verein nicht richtig aufgeklärt. Ich habe das jetzt schon bei mehreren Fanclub-Besuchen festgestellt. Ismaik ist nicht der böse Bube, wie er immer hingestellt wird. Es gibt immer zwei Seiten”, erklärt Wettberg, der nur den Kopf schütteln kann, wie sich der TSV 1860 derzeit vorstellt, in Liga drei eine wettkampffähige Mannschaft aufzustellen. “Mit drei Millionen Euro Budget hast du null Chance”, wettert der ehemalige 1860-Vize und wundert sich, dass der Verein nicht selbst frische Gelder aquiriert: “Wenn man kein Geld von Ismaik nicht, dann sollte man zumindest andere Quellen angehen. Aber da passiert nichts…”

Die größte Gefahr sieht Wettberg außerdem im Verfall der Nachwuchsabteilung. “Wir sind im Jugendbereich nicht mehr so aufgestellt”, warnt der 76-Jährige, “dass wir dort Profis entwickeln können. Ingolstadt hat uns überholt - und sogar die SpVgg Unterhaching. Das muss man sich mal vorstellen. Warum wird das alles verschwiegen?”

Die Abwehrhaltung gegen Ehemalige ist nicht neu

Was Wettberg außerdem sauer aufstößt, ist die Behandlung mit verdienten Ex-Spielern - wie der Umgang mit Vereinsikone Bernhard Winkler. Nach dieblaue24-Informationen soll ihm Präsident Robert Reisinger bereits im vergangenen Sommer nach dem Zwangsabstieg nahe gelegt haben, den Verein zu verlassen. “Diese Abwehrhaltung gegen Ehemalige ist nicht neu”, erklärt Wettberg, “auch ich habe das in den letzen 20 Jahren immer wieder erlebt Verdiente Spieler wie Michael Hofmann, Martin Max, Rainer Berg oder Thomas Häßler werden bekämpft anstatt sie ins Boot zu holen. Es könnte ja sein, dass sie gewisse Dinge aufdecken…”

Der Verwaltungsrat ist völlig falsch aufgestellt

Wettberg wünscht sich außerdem im neuen Verwaltungsrat, der im Sommer gewählt werden soll, mehr wirtschaftliche und sportliche Kompetenz. “Der Verwaltungsrat ist völlig falsch aufgestellt”, schimpft Wettberg: “Mich stört, dass diese Leute nicht für einen gemeinsamen Weg in der Dritten Liga gekämpft haben.”

Unterstützen Sie den Kurs von 1860-Präsident Robert Reisinger?

Umfrage endete am 01.04.2018 13:59 Uhr

Nein, die Nadelstich-Politik gegen Ismaik und der "schwäbische Hausfrauen"-Kurs schaden dem Verein!
70% (6798)

Ja, selbstverständlich! So funktioniert Sechzig!
26% (2576)

Mich interessiert keine Vereinspolitik!
4% (357)

Teilnehmer: 9731