VON OLVIER GRISS UND SANDRA BEHNE (BONGARTS)

Dass der TSV 1860 jetzt dort steht, wo er steht, ist auch ganz eng mit einem Datum in der bewegten Löwen-Geschichte verbunden: Dem 15. März 2004. An jenem Tag, der sich am heutigen Donnerstag zum 14mal jährt, trat Karl-Heinz Wildmoser nach langen 12 Jahren von seinem Amt als Präsident der Löwen zurück. Im Zuge des Schmiergeldskandals um die Allianz Arena wurde der Münchner Großgastronom, der den Verein in Rekordzeit von der Bayernliga bis in den Europacup führte, u.a. vom damaligen Oberbürgermeister Christian Ude regelrecht zur Aufgabe beim TSV 1860 gezwungen.

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Der Tag des Wildmoser-Rücktritts war ein Tag der Schande an der Grünwalder Straße: Unter dem Jubel einer Minderheit aus der aktiven Fanszene wurde der Ex-Boss beleidigt und beschimpft. Einer dieser Unverbesserlichen urinierte trotz Polizeiaufgebot am Trainingsgelände sogar an Wildmosers Auto. Bilder, die unvergessen bleiben, weil abstoßend und ehrverletzend. Szenen, die auch an den aktuellen Hass gegen Investor Hasan Ismaik stark erinnern.

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Nachdem Wildmoser unter dem Schutz der Security zum letzten Mal in seinem Leben von der Grünwalder Straße 114a davon brauste, sagte er: „1860 ist mir ans Herz gewachsen, aber wenn man zwölf Jahre lang permanent beschimpft und dumm angemacht wird, dann geht einem das irgendwann auf den Geist. In sechs Wochen kriege ich die Rente, die will ich genießen.” Sechs Jahre später starb Wildmoser im Alter von 71. Er zerbrach an 1860.

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Dass ausgerechnet der damalige Bayern-Manager Uli Hoeneß nach dem Bekanntwerden des Arena-Skandals von Wildmoser abrückte, hat in der Nachbetrachtung ein gewisses Geschmäckle. Damals sagte der heutige FCB-Präsident, der sein Leben auch nicht tadellos bestritten hat: “Solange die Vorwürfe gegen Herrn Wildmoser bestehen, werden wir uns mit ihm nicht mehr an einen Tisch setzen, dafür ist zu viel vorgefallen.” Dass Wildmoser entnervt aufgab, spielte den Bayern so richtig in die Karten: Während der TSV 1860 immer tief sank, die 50 Prozent an der Allianz Arena verlor und mittlerweile in der Regionalliga angekommen ist, vermelden die Bayern jedes Jahr neue Rekorde.

Heute vor 14 Jahren trat Karl-Heinz Wildmoser als 1860-Präsident zurück: Wer ist für Sie der beste Ober-Löwe seit der unvergessenen Wildmoser-Ära?

Umfrage endete am 29.03.2018 10:00 Uhr
Seid`s mir nicht bös: Wildmoser war mit Abstand der Beste!
63% (2412)
Robert Reisinger
14% (549)
Dieter Schneider
9% (346)
Peter Cassalette
9% (338)
Karl Auer
1% (56)
Sigi Schneider
1% (53)
Gerhard Mayrhofer
1% (46)
Albrecht von Linde
1% (25)
Hep Monatzeder
0% (16)
Alfred Lehner
0% (7)
Rainer Beeck
0% (5)

Teilnehmer: 3853