VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (MIS-FOTO)

Mit Ach und Krach kratzt der TSV 1860 in diesen Tagen die letzten Euros zusammen, um den vereinslosen Michael Görlitz (30) verpflichten zu können. Jetzt liefert das Fachmagazin “kicker” unter dem Titel “Monate der Absurditäten” exklusive Einblicke in das skurrile Finanzgebaren an der Grünwalder Straße und Argumente, warum Trainer Daniel Bierofka beispielsweise trotz überraschender Erlöse aus dem Uduokhai-Verkauf (400.000 Euro Bonus) nicht richtig nachrüsten kann, um auf Angriff zu blasen.

Eine Bitte haben wir beim Lesen der nächsten Zeilen: Setzen Sie sich bitte dazu hin!

Für die Abwendung der Insolvenz beim TSV 1860, der in der Vorsaison rund 20 Millionen Euro Miese gemacht haben soll, wurde laut “kicker” vom Aufsichtsrat ein Extra-Budget von 505.000 Euro abgesegnet. Doch es kommt noch verrückter: Insgesamt wurden für Berater- und Anwaltskosten von Juni bis September 613.000 Euro verbraten. Die Beraterfirma von Interims-Geschäftsführer Markus Fauser kassierte allein 301.000 Euro. Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen Deloitte strich 81.000 Euro für das “Erstellen einer positiven Fortführungsprognose zur Vermeidung der Insolvenzantragspflicht der KGaA” ein. Weil Ismaik Angst hatte, dass der Verein den TSV 1860 möglicherweise absichtlich in die Insolvenz führe, beantragte er ein zweites Gutachten von der Kanzlei Andersch in Höhe von 100.000 Euro. Der Fußball bei 1860? Offenbar nur Nebensache.

"Kicker" enthüllt brisante E-Mail: Ist Markus Drees als Verwaltungsratschef des TSV 1860 noch tragbar?

Umfrage endete am 29.01.2018 10:00 Uhr
Nein, Drees muss sofort zurücktreten!
79% (6819)
Natürlich! Ich unterstütze den Kurs von Drees!
21% (1827)

Teilnehmer: 8646

Im Oktober halbierte Fauser, der einen Tagessatz im vierstelligen Bereich genoß, freiwillig sein üppiges Gehalt - trotzdem wuchs der Ausgabenberg an der Grünwalder Straße weiter gewaltig an. Für Geschäftsführer Michael Scharold soll ein Jahreseinkommen zwischen 120.000 und 150.000 Euro budgetiert sein. Für die ehemalige Personalchefin Lina Abuamer wurden pro Jahr 130.000 Euro ausgegeben. Für einen Dolmetscher, der für das Übersetzen zwischen Giesing und Abu Dhabi zuständig ist, hat die KGaA, die Ismaik zu 60 Prozent gehört, 7000 Euro brutto im Monat bezahlt. Auch 1860-Ikone Bernhard Winkler und Pereira-Übersetzer Alex Allegro werden noch monatlich vergütet - ohne irgendeinen Leistungsnachweis erbringen zu müssen. Zum Vergleich: Viele Spieler des Regionalliga-Spitzenreiters verdienen unter 2000 Euro im Monat. Das Verhältnis zu den Verwaltungskosten ist mehr als ungesund beim TSV 1860. Kurios außerdem: Bis heute hat es der TSV 1860 nicht geschafft, den U21-Vertrag von Daniel Bierofka in einen Profi-Kontrakt umzuschreiben und den Ex-Nationalspieler als einziges Zugpferd entsprechend zu honorieren.

Michael Scharold und Markus Fauser wollten laut “kicker” keine Stellungnahme zum Zahlen-Wirrwar beim TSV 1860 abgeben.