VON OLIVER GRISS

Nachdem der TSV 1860 am Montag erklärte, dass der Antrag von Ulla Hoppen nicht angenommen und der Kooperationsvertrag mit Hasan Ismaik (vorerst) nicht gekündigt wird, schrieb die “AZ”: “Punktsieg für Hasan Ismaik.” Doch von Siegern kann in diesen Tagen an der Grünwalder Straße, zumindest auf dem sportpolitischen Sektor, leider nicht gesprochen werden. Es gibt nur Verlierer: Den Verein, der es nicht einmal schafft, in der Vorweihnachtszeit zur Ruhe zu kommen - und den Investor selbst, der mit der Nadelstich-Politik weiter vorsätzlich beschädigt wird. Und natürlich die Fans, die sich nichts lieber als einen geeinten, aber auch erfolgreichen Verein wünschen.

Doch nach Frieden ist den Aktiven beim TSV 1860 offenbar nicht, denn anders ist nicht zu erklären, dass Verwaltungsrat-Boss Dr. Markus Drees einen Tag nach der Pressemitteilung in der “AZ” durch die Blume sagt, dass man weiterhin eine Trennung mit Ismaik anstrebe. “Natürlich diskutieren wir diese Möglichkeit. Es stimmt, aber wir denken nicht nur daran”, bestätigte Drees dem Blatt. Und weiter: “Wie das Gutachten schon besagt, müssen wir die Verträge berücksichtigen und nach dieser Prämisse handeln. Dass so mancher von uns eine Geschichte hat, die ihm gegenüber (Ismaik d. Red.) nicht positiv verlief, ist auch klar.” Als Funktionär, auch wenn nur ehrenamtlich, hat man eine Verantwortung gegenüber dem Klub, der seinen Bekanntheitsgrad vor allem wegen der ersten Fussball-Mannschaft hat. Dass Drees die Plattform 1860 auch für Privatfehden benutzt, ist schwer vermittelbar. Eine der Hauptaufgaben Drees’ ist auch, die Wogen zu glätten, wenn’s notwendig ist.

Finden Sie es gut, dass der 1860-Verwaltungsrat den Hoppen-Antrag abgelehnt hat?

Umfrage endete am 01.01.2018 18:00 Uhr

Ja, super Entscheidung: Jetzt muss der Verein Hasan Ismaik die Hand reichen!
77% (2419)

Nein! Ich bin schwer enttäuscht von der Vereinsspitze!
14% (446)

Mir egal: Mir geht`s nur um Fußball!
9% (270)

Teilnehmer: 3135

Es wird immer deutlicher: Die Empfehlung vieler Klubhelden (u.a. Petar Radenkovic, Peter Grosser, Fredi Heiß, Werner Lorant) sowie Verbandspräsident Dr. Rainer Koch, dass die Gesellschafter zum Wohle des traditionsreichen Klubs endlich vernünftig zusammen arbeiten müssen, wird bei den derzeit eindimensionalen Bossen der Löwen (offenbar bewusst) überhört. Bezeichnend ist auch, dass sich Mittelfeldstar Timo Gebhart zuletzt für sein Dankeschön bei Hasan Ismaik bei einigen Fans rechtfertigen musste. Einige hatten Gebhart dafür kritisiert, dass er den Investor für das von ihm finanzierte Trainingslager in Dubai als “Ehrenmann” bezeichnet hat. Dass Gebhart nichts weiter getan hat, was jeder halbwegs zivilisierte Mensch auch machen würde, nämlich sich zu bedanken, hat einigen Unverbesserlichen fast die Halsschlagader platzen lassen.

Die deutliche Mehrheit der Fans wünscht sich jedoch ein respektvolles Miteinander, deswegen:

Verein & Ismaik: Reicht’s Euch endlich die Hand!