VON DOMINIK SAUTER

Noch bevor der Regionalliga-Talk des Bayerischen Fußball-Verbands überhaupt ausgestrahlt wird, geht es in der Löwen-Fangemeinde mal wieder rund. Der Grund: Die Einladung von dieBlaue24-Gründer Oliver Griss zur Talksendung - als Ersatz für den erkrankten Löwen-Coach Daniel Bierofka. Ein Fan-Portal hatte in einem offenen Brief, der in diversen Facebook-Gruppen verbreitet worden war, beklagt, Griss trete in der Runde “für den TSV 1860” auf, also als offizieller Vertreter des Clubs - oder “der Investorenseite”, wie man bei dem Portal annimmt. Das “Löwenmagazin” hatte ähnlich berichtet und sich über die Einladung des Journalisten echauffiert. Dass Griss “für 1860 spreche”, sehe man daran, dass der Journalist spontan für den erkrankten Löwen-Coach Daniel Bierofka zu der Sendung eingeladen worden war. Zusammengefasst lautete die Forderung des “Magazins”: Statt Griss sollte ein anderer Vertreter des 1860-Fanlagers eingeladen werden - wahrscheinlich lieber jemand, der die e.V.-Spitze bedingungslos unterstützt?

Jetzt schaltet sich sogar die höchste Stelle im Bayerischen Fußball ein. Auf seinem Facebook-Profil meldete sich BFV-Präsident Rainer Koch zu Wort. Es sei “erstaunlich, wie sehr BFV.TV die Leute inzwischen erreicht”, so der DFB-Vize. Die Diskussion über die Einladung von Oliver Griss, der seit 29 Jahren über den TSV 1860 berichtet (u.a. 12 Jahre für die AZ München), will Koch unterdessen nicht gelten lassen: “Um es klar zu sagen: der BFV ist ein Verband für alle, er redet mit allen und er bietet Gesprächsforen für alle.” Das “Löwenmagazin” liege falsch, wenn es behaupte, Griss spreche für den TSV 1860, stellt der BFV-Chef klar. Weder habe Griss das in der Talkrunde getan, noch hätte der Verband so etwas überhaupt geduldet. Griss spreche nicht für die Löwen, habe aber selbstverständlich das Recht, über den TSV 1860 zu sprechen.

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“In einer Talkrunde kann grundsätzlich jeder zu Wort kommen, der etwas in der Sache zu sagen hat. Sprachlosigkeit darf grundsätzlich nicht eintreten”, schrieb Koch. Er bedankte sich nach dem Ausfall Bierofkas noch einmal ausdrücklich bei Griss für dessen spontane Zusage. Mit ihm habe man einen “intensiven Begleiter der Regionalliga Bayern” für die Sendung gewinnen können - immerhin ging es in dem Talk ja auch nicht nur um den TSV 1860, sondern über eine ganze Reihe an Themen rund um Bayerns höchste Spielklasse.

Koch betonte, dass er persönlich eine positive Haltung zur e.V.-Führung um Präsident Robert Reisinger habe - eine Ansicht, die er nicht unbedingt mit Griss teile. Dennoch - daran ließ der BFV-Chef keinen Zweifel - müsse es immer und überall möglich sein, sich auszutauschen, zu diskutieren und niemanden mundtot zu machen, wenn man unterschiedlicher Meinung sei. “Ich habe aber auch deutlich gesagt, dass die Löwen nur eine erfolgreiche Zukunft werden haben können, wenn alle Seiten aufeinander zugehen und irgendwann wieder gemeinsame Sache machen.” Daher, so Koch, sei es wichtig, dass der BFV-Präsident mit allen Seiten im Gespräch bleibe.