VON OLIVER GRISS UND BERND FEIL (MIS-FOTO)

Dass Hasan Ismaik den Löwen die Drittliga-Lizenz am schwarzen Freitag nicht bezahlt hat, liegt nicht nur an der Nichterfüllung seiner Forderungen (u.a. die Rückgabe der im Jahr 2013 unrechtmäßig entwendeten Markenrechte, Gemeinnützigkeit des Vereins), sondern auch am unprofessionellen Verhalten des 1860-Verwaltungsrats.

Der Löwen-Investor, der seit Wochen nicht mehr auf Facebook kommuniziert, hatte unlängst Robert von Bennigsen und Richard Ostermeier attackiert, dass beide Kontrolleure mit ihm Geld verdienen wollten. “Von Bennigsen hat mich vor einigen Jahren um ein gemeinsames Projekt angefragt - ich habe dankend abgelehnt. Seitdem arbeitet dieser Mann, der anfangs so freundlich zu mir war, gegen mich…Jetzt zum nächsten Verwaltungsrat Richard Ostermeier: Er hat uns am 16. Februar eine SMS geschrieben, dass er nach 30 Jahren in der Versicherungsbranche aufhören will und Assistent unseres Geschäftsführers Ian Ayre werden möchte. Und genau diese Leute stellen sich jetzt gegen mich? Ich frage mich ernsthaft: Hat 1860 nicht bessere Leute verdient? Sind das die Köpfe, die 1860 in eine bessere Zukunft führen und diesen Verein kontrollieren sollen? Ich fordere Drees, Bennigsen und Ostermeier aus Rücksicht vor dem Ehrenamt auf, von ihren Ämtern sofort zurückzutreten.”

Drees, Bennigsen & Co: Sind Sie mit dem 1860-Verwaltungsrat zufrieden?

Umfrage endete am 04.07.2017 07:00 Uhr

Nein! Es geht immer nur um Konfrontation!
70%

Ich bin kein Vereinsmeier - ich kenn mich nicht mehr aus!
17%

Ja, die machen einen tollen Job!
13%

Seitdem hat man aus dem Verwaltungsrat nichts mehr gehört - bis heute morgen. Verwaltungsrat-Boss Markus Drees äußerte sich im “Wochenanzeiger” über Ismaiks Vorwürfe: “Diese Geschichten wurden auch an mich herangetragen. Damit wird Politik gemacht und der Versuch unternommen, einzelne Verwaltungsräte gezielt zu diskreditieren. Ich habe mich natürlich nach den Hintergründen erkundigt. Nach meiner Überzeugung ist absolut nichts dran an den Vorwürfen. Wer Ostermeier kennt, der weiß, wie stark ihm eine Lösung der Stadionfrage für den Profifußball am Herzen liegt – das ist sein großes Thema, für das er immer schon mit Enthusiasmus und oft auch im Überschwang gestritten hat. Als nun Hasan Ismaik mit seinen ambitionierten Bauplänen für eine eigene Arena an die Öffentlichkeit trat und mit Ian Ayre eine Personalie der XXL-Klasse anheuerte, glaubte Ostermeier seine Vision plötzlich zum Greifen nah. In dieser Situation äußerte er gegenüber dem Bruder des Investors sein Interesse, im Realisierungsfall unter Geschäftsführer Ian Ayre in der KGaA beruflich dafür tätig sein zu können.”

Was denn nun, Herr Drees?

Obwohl der Chemiker nun erstmals zugibt, dass Ostermeier Kontakt zu den Ismaiks aufgenommen hatte, verteidigt er den Wasserburger Versicherungsmann vehement:”Daraus den Vorwurf zu stricken, Ostermeier hätte sich an seinem Ehrenamt im e.V. bereichern wollen oder unseriös gehandelt, halte ich für albern. Er ist vielleicht einer schillernden Luftblase gefolgt. Aber das ist nicht verwerflich. Das sind viele andere auch. Im Fall Robert von Bennigsen verhält es sich meines Wissens nach ähnlich. Ismaik hat bei seinem Antritt 2011 erklärt, er würde beim TSV 1860 München einsteigen, weil er an Geschäften aller Art in Deutschland interessiert wäre. Von Bennigsen reichte damals ein Expose für ein Bauprojekt in Hamburg an Ismaik weiter, das zahlreiche andere potentielle Investoren auch erhielten. Ismaik war daran nicht interessiert und damit der Fall erledigt. Das ist Jahre her.”

Die Frage, die nun viele Fans bewegt: Hätten von Bennigsen und Ostermeier auch gegen Ismaik aufbegehrt, wenn der Investor auf die Anliegen der beiden Verwaltungsräte eingegangen wäre?