VON OLIVER GRISS UND ULI WAGNER (FOTO)

Normalerweise nutzt Löwen-Investor Hasan Ismaik seinen Facebook-Account “Ismaik1860”, um mit den Fans zu kommunizieren. Sein letzter Eintrag datiert allerdings vom 17. Mai, zwei Tage nach dem indiskutablen 1:2 gegen Bochum setzte Ismaik diesen Post ab. Seitdem ist von ihm nichts mehr zu lesen. Auch zu den 1860-Spielen flog er - im Gegensatz zu den letzten Monaten - nicht mehr ein. Weder saß er beim Saisonfinale in Heidenheim (1:2), noch beim glücklichen 1:1 im Relegations-Hinspiel in Regensburg auf der Tribüne. Auch im Relegations-Rückspiel (Dienstag, 18 Uhr, dieblaue24-Liveticker) ist vom sehr gläubigen Ismaik aufgrund des Ramadan offenbar kein Stadion-Besuch vorgesehen. Hat der schwerreiche Ismaik, der mittlerweile 60 Millionen Euro in den Verein gepumpt hat, möglicherweise die Lust an den Löwen verloren? “Nein, natürlich nicht”, wehrt Präsident Peter Cassalette ab, als ihn dieblaue24 am Samstagnachmittag am Handy erreicht: “Ich würde da nicht zu viel reininterpretieren. Hasan ist schwer enttäuscht von den Ergebnissen der letzten Wochen - wie wir alle. Was soll er auch immer sagen?” Ein Ismaik-Rückzug ist nach dieblaue24-Informationen kein Thema.

Hasan ist schwer enttäuscht

Aus dem Umfeld des Jordaniers erfuhr dieblaue24 allerdings, dass der Milliardär nicht nur mega-enttäuscht über den sportlichen Absturz ist, sondern vielmehr auch die jahrelangen Machtspielchen im Verein endgültig satt hat. Dass Fußball-Abteilungsleiter Roman Beer vor einiger Zeit trotz klarer Absprachen mit Geschäftsführer Ian Ayre die Fußball-Firma brüskiert hat (“Es fehlen 500.000 Euro”) und auf der Facebookseite der “Freunde des Sechzger Stadions” Ismaik (“Scheiß auf den Scheich”) beleidigt wurde, soll den Investor tief getroffen haben. Pikant: 1860-Verwaltungsrat-Boss Dr. Markus Drees ist gleichzeitig auch 1. Vorstand der Stadion-Freunde. Der Chemiker aus Neufahrn will mit dem Eintrag gegen Ismaik aber nichts zu tun haben. Gelöscht hat Drees ihn trotzdem nicht.

Diese Beleidigungen hat Ismaik nicht verdient

Löwen-Legende Karsten Wettberg ist seit über zehn Jahren Mitglied der “Freunde des Sechzger Stadions” - und ist irritiert über das Vorgehen der Stadion-Freunde. “Ich distanziere mich entschieden von solchen Aktionen gegen Ismaik”, erklärte der 75-jährige Kult-Trainer (“Es wird keinen Profi-Fußball mehr im Grünwalder geben”) gegenüber dieblaue24: “Diese Beleidigungen hat Ismaik nicht verdient. Er wurde jahrelang bei 1860 bewusst hinters Licht geführt und nur als Geldlieferant benutzt.” Dass sich einige Löwen-Fans die Insolvenz und einen Neuanfang im Amateurbereich wünschen, findet Wettberg kontraproduktiv: “Eine Insolvenz wäre der völlig verkehrte Weg. Es gibt keine Alternative zu Ismaik.”

Ismaik wurde jahrelang hinters Licht geführt

Wettberg wünscht sich endlich ein Umdenken im Verein, der immer tiefer in die Krise schlittert. Er kritisiert nicht nur die Jugendarbeit (“Das Scouting muss sich ändern - sogar Haching hat uns teilweise schon überholt”), sondern auch das ganzheitliche System 1860. Vor allem der Verwaltungsrat ist ihm ein Dorn im Auge. “Wir sind wahrscheinlich der einzige Verein in Deutschland, in dem kein Fußballer im Verwaltungsrat sitzt - und das liegt nicht an den Ehemaligen, sondern an der Vereinspolitik”, grantelt Wettberg.

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Umfrage endete am 11.06.2017 11:00 Uhr

Der Kurs mit Investor Ismaik muss fortgesetzt werden!
88% (1039)

Neufang mit Beer, Drees & Co. im Amateurbereich!
12% (144)

Teilnehmer: 1183