Kauczinski: "Bei uns gibt es keinen, der keinen Bock hat!"
- VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
- 18.02.2026 09:05
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VON OLIVER GRISS UND STEFAN MATZKE (FOTO)
die Leistung gegen Havelse: “Ich habe einen positiven Eindruck. Man hat der Mannschaft angemerkt, dass sie sehr konzentriert und fokussiert war. Sie hat von Beginn an gut nach vorne gespielt und sich Möglichkeiten herausgespielt. Das war sehr geschlossen. Das, was wir gegen Stuttgart II vermissen haben lassen, diese Positionstreue, diese Geduld - das haben die Jungs dieses Mal gut gemacht.”
das Handicap mit dem schlechten (tiefen) Platz in Hannover: “Der war schon schlecht, aber der hier ist auch nicht gut. Der ist viel härter und geht ins andere Extrem. Uns war aber bekannt, was uns da erwartet. Man hat das auf jedem Scouting-Video vorher gesehen. Dann hat es sich auch rumgesprochen, dass das wahrscheinlich der schlechteste Platz in der Liga ist.”
den psychologischen Wert eines Schützenfestes: “Das war fürs Selbstbewusstsein gut - so doof sich das immer anhört. Es ist gut fürs Gefühl, genauso wie eine Niederlage runterzieht und dann frustriert ist. Letztlich muss man aber trotzdem den Anspruch haben, gegen Havelse gewinnen zu können. Natürlich ist jedes Spiel schwer, aber ich gehe nicht dahin und sage: Die sind unschlagbar. Man geht da schon mit dem Gefühl hin, dass man mit seinen Möglichkeiten, dieses Spiel auf seine Seite ziehen muss, auch wenn man weiß, dass das manchmal nicht passiert. Und trotzdem ist es wichtig für die Spieler, Tore zu machen und dann zu jubeln. Da merkt man, dass sich ein bisschen was aufgebaut hat.”
Nach dem 5:0 beim TSV Havelse: Auf welchem Tabellenplatz landet 1860 in der Endtabelle?
die Leistungsschwankungen der letzten Wochen: “Es ist schwer zu erklären, es war ja nicht alles schlecht in den letzten Wochen. Gegen Gegner wie Essen und Osnabrück, die auf Augenhöhe sind, haben wir gute Spiele gemacht. Aachen wird sich noch rausstellen: Drei Spiele mehr und dann werden die vermutlich auch auf Augenhöhe sein. Da habe ich schon nach dem Spiel gesagt: Die sind extrem gut in Form. Die sind nach vorne überdurchschnittlich. Die werden andocken und werden in der Rückrunde ähnlich viele Punkte holen wie Topteams in der Hinrunde. Deswegen war das auch ein schweres Spiel, das wir am Ende nicht verloren haben. Und trotzdem: Stuttgart II war ein Schlag, weil man mehr erwartet und mehr will. Es geht ja nur, wir haben das gesehen, nur über die Leistung und nicht nur über Willen. Du musst in die Verfassung kommen, gegen jeden Gegner gewinnen zu können. Das haben wir bisher zu wenig geschafft. Das heißt nicht, dass die Leistungen schlecht waren, die waren in Ordnung, aber es reicht halt nicht.”
den Transferverzicht im Winter: “Das ist immer theoretisch - man weiß das nicht, wenn ein Spieler mehr dabei gewesen wäre, ob der dann auch getroffen hätte. Dickson Abiama hat bei Rot-Weiss Essen eingeschlagen, bei anderen Mannschaften hat es nichts gebracht. Essen hat vorher auch Schmidt geholt, der jetzt gar keine Rolle mehr spielt. Man kann das nicht sagen. Wir haben uns dazu entschieden, wir sind diesen Weg voller Überzeugung gegangen. Es fängt jetzt schon wieder an: Wir können Noah Klose zeigen, dass wir ihn aufbauen können. Die Jungs, die gesperrt waren, kommen wieder nach. Jetzt hast du wieder vier, fünf. Wir haben sechs Außenverteidiger, wenn Manuel Pfeifer wiederkommt. Das ist ja auch viel. Man hat jetzt einen großen Kader. Ich habe dann auch nicht eingesehen, warum wir den 27., 28., 29. und 30. Spieler dazuholen soll, weil wir schon das Gefühl haben, dass die Jungs das können. Deswegen freut es mich, dass Justin Steinkötter jetzt ein bisschen die Kurve kriegt und sich einbringen kann. Er hat jedes Mal das Spiel belebt - ich kann auch nicht erwarten, wenn er immer nur eine Viertelstunde spielt, dass er drei Tore macht oder alles aus den Angeln hebt. Aber er hat schon gezeigt, dass er Input hat und man ihn bringen kann. Umso mehr freue ich mich, dass dabei was rumkommt.”
den Mentalitäts-Vorwurf von Präsident Gernot Mang: “Das hat mich nicht geärgert, weil ich vorher mit dem Präsidenten gesprochen habe. Er hat das auch gesagt, dass er das an die Mannschaft richten möchte. Dann habe ich ihm gesagt: Ja, er kann das tun! Ich bin anderer Meinung. Wir haben schlechtes Positionsspiel gehabt - gerade defensiv. Wir warne nicht zugeordnet. Dann kommst du immer diesen Schritt zu spät und dann sieht das manchmal so aus. Das war gegen Regensburg auch. Du bist nicht gut organisiert. Bei uns gibt es keinen, der keinen Bock hat! Das ist ein Gemisch, dass das Takitische nicht greift und die Jungs ihre Gegner aus den Augen verlieren - und man darf nicht vergessen, dass es ein Gegner vielleicht auch mal gut macht. Und dann sieht es so aus, dass Energie oder Leidenschaft fehlt. Zu Regensburg habe ich mich geäußert, aber ansonsten schließe ich das aus.”
das Debüt von Weltmeister-Sohn Noah Klose: “Er ist einfach ein lieber, netter Junge und ich gehe mit ihm um, wie ich mit jedem anderen auch umgehe. Ich glaube, das ist das Beste, was man tun kann. Ich weiß noch nicht wie das letzte Durchsetzungsvermögen bei ihm ist, deswegen ist es für mich noch ein zartes Pflänzchen. Es ist nicht so, dass ich sage: ‚Boah, der verdrängt sofort drei Leute.’ Aber er hat Anlagen, die interessant sind, die ihn interessant machen, weil er, sich sehr gut drehen kann, ein sehr gutes Ballraumgefühl hat, sehr gute Entscheidungen treffen kann, auch einen guten Abschluss hat.”
den nächsten Gegner Hansa Rostock: “Da erwartet uns einfach auch nochmal eine andere Körperlichkeit, eine andere Erfahrung, ein anderes Niveau.”






