Prominente Nachnamen in Giesing: Von Beckenbauer bis Klose
- VON OLIVER GRISS, STEFAN MATZKE (FOTO) UND IMAGO (FOTO)
- 17.02.2026 09:16
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Stephan Beckenbauer, Sohn des Kaisers, spielte bei 1860.
VON OLIVER GRISS, STEFAN MATZKE (FOTO) UND IMAGO (FOTO)
Noah Klose, 21 Jahre jung, Sohn von Weltmeister Miroslav Klose, feierte beim 5:0-Sieg gegen den TSV Havelse sein Profi-Debüt in der Dritten Liga. Und plötzlich schauten auch BILD, GALA und der SPIEGEL wieder ganz genau hin und berichteten über diesen Einstand. Große Bühne für einen jungen Löwen.
Die Premiere von Klose Junior? Ordentlich. Beweglich, mutig – und mit einer großen Chance kurz vor Schluss, die er liegen ließ. Geschenkt. Wichtig war: Er war da. Und er wirkte nicht fehl am Platz. Markus Kauczinski: “Noah hatte es verdient, reinzuschnuppern.”

Der Vergleich mit dem Vater drängt sich zwangsläufig auf. Doch auch Miroslav Klose war mit 20 noch Bezirksligaspieler bei der SG Blaubach-Diedelkopf. Was danach folgte, ist deutsche Fußballgeschichte. Talent hat auch der Junior. Aber Talent allein reicht in Giesing nicht. Der Weg ist noch weit.

Miro Klose sagte gegenüber „BILD“: „Das hat er sich alles allein erarbeitet. Mal schauen, wohin die Reise geht.“ Der Name öffnet Türen. Durchgehen muss Noah selbst. Und wer glaubt, berühmte Nachnamen seien bei 1860 eine Seltenheit, irrt.
Bekannter als Klose? Ja! Stephan Beckenbauer, der Sohn des verstorbenen Kaisers, spielte von 1988 bis 1990 für die Löwen. In 31 Bayernligaspielen erzielte er ein Tor. Stephan starb vor einigen Jahren nach einer schweren Krankheit.
Aber auch Löwen-Legenden brachten ihre Kinder zu 1860: So wechselte Daniel Bierofka, der Sohn von Willi Bierofka, Aufstiegsheld von 1977 und späterer Bayernliga-Trainer des TSV, im Jahr 2000 selbst zu den Blauen. Dass er vom FC Bayern kam, das juckt heute bei 1860 keinen mehr: Bierofka Junior hinterließ tiefe Spuren bei den Löwen – als Spieler und Trainer. Er brachte den Giesingern zudem die Rekordablösesumme von 4,4 Millionen Euro für seinen Wechsel nach Leverkusen ein. Bis heute Rekord. 2019 kam es mit Aufstiegstrainer Daniel Bierofka zum emotionalen Bruch – die schräge Vereinspolitik setzte dem früheren Nationalspieler so zu, dass er bei den Löwen aufgab.

Auch Markus Schwabl, der Sohn des ehemaligen Löwen-Kapitäns Manni Schwabl, versuchte es bei Sechzig. Der Filius konnte sich zwischen 2013 und 2014 zu Zweitliga-Zeiten allerdings nicht so richtig durchsetzen. Heute ist Markus Schwabl Sportdirektor bei der SpVgg Unterhaching – neben Papa Manni, der Präsident des Vorortklubs ist.

Es gibt auch zwei aktuelle Beispiele: Patrick Hobsch und Jesper Verlaat versuchen, es ihren prominenten Vätern nachzumachen. Während Bernd Hobsch ein gefürchteter Bundesliga-Torjäger bei Bremen und 1860 war, spielte Frank Verlaat unter anderem für Stuttgart und Bremen.

Es gibt auch noch andere Fälle: Hanjo Weller war von 1972 bis 1974 Publikumsliebling bei den Löwen, sein Sohn Thomas lief zwischen 2000 und 2002 für die 1860-Amateure auf. Auch Marcel Maurer, der Sohn von Reiner Maurer, Aufstiegsheld von 1994 und später zweimal Trainer der Löwen, versuchte sich bei der zweiten Mannschaft. Meistertrainer Max Merkel ließ in der Saison 1961/1962 seinen Sohn Kurt mittrainieren – ein Spiel absolvierte er aber nicht. Auch Ex-Löwen-Trainer Michael Köllner gab seinem Stiefsohn Alexander Freitag eine Chance – den Durchbruch schaffte er nicht.
Auch im Jugendbereich der Löwen tummelten sich einige prominente Namen: Leon Sammer, der Sohn von Matthias Sammer, spielte beispielsweise für die Blauen – wie auch Lasse Lehmann, der Filius von WM-Torwart Jens Lehmann. Auch Philipp Max (Papa: Martin Max), Lucas Copado (Papa: Francisco Copado) oder André und Jordan Ayew, Kinder des früheren Topstars Abedi Pelé, spielten für die Sechziger-Jugend. Oder Lex Tyger Lobinger (heute MSV Duisburg) war ein Löwe, er ist der Sohn des verstorbenen Stabhochspringers Tim Lobinger.

Und was eigentlich keiner mehr weiß: Schauspieler Simon Verhoeven, der Sohn von Senta Berger und Michael Verhoeven, war zu Jugendzeiten ein Blauer.






