Mang kritisiert die jüngsten Löwen-Auftritte - und macht sich für den Einbau der eigenen Talente stark
- VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
- 10.02.2026 18:26
- 2 Minuten Lesezeit
- 109 Kommentare
VON OLIVER GRISS UND IMAGO (FOTO)
Zuletzt hat der TSV 1860 fünfmal nicht gewonnen - und sitzt momentan im harten Mittelmaß der Dritten Liga fest. Gegenüber der “tz” sagt Präsident Gernot Mang: “Ich bin sehr enttäuscht. Ich habe mir deutlich mehr erwartet – vor allem an Kampf, Siegeswillen und Mentalität. Man kann gegen starke Gegner wie Essen oder in Osnabrück unentschieden spielen, das ist in Ordnung. Aber das Auftreten danach, etwa gegen Aachen oder jetzt in Stuttgart, hat mich sehr gestört. Nach Rückschlägen bricht zu viel zusammen.”
Und Mang, der Tennis und Marathon zu seinen Steckenpferden zählt, will wissen, woran es liegt: “Am fehlenden Vermögen, Spiele zu drehen. Am Zweikampfverhalten. Daran, dass uns nach Gegentoren die Stabilität fehlt. Genau das erwarte ich mir mehr – und genau das ist zuletzt abhandengekommen.” Dem Trainerteam vertraue er “voll und ganz”.
Dass die Löwen in der nun abgelaufenen Transferperiode nicht personell nachgerüstet hat, verteidigt Mang: “Mich ärgert diese Diskussion ehrlich gesagt. Auf der einen Seite fordern alle, wir sollen auf die Jugend setzen, auf der anderen Seite heißt es plötzlich, wir müssten neue Spieler holen und Geld ausgeben. Das passt nicht zusammen.” Wer die Jugend fordert, sagt Mang gegenüber der “TZ” nicht. PS: Fast alle Aufstiegskandidaten verzichten in ihrer Startelf weitgehend auf die eigenen Nachwuchskräfte.
Mang hält wiederholt ein Plädoyer auf das eigene NLZ: “Wir haben ein sehr gutes Nachwuchsleistungszentrum. Junge Spieler müssen Wettkampfpraxis bekommen. Nur so merken sie, was ihnen noch fehlt. Wenn wir ihnen diese Chancen nicht geben, passt auch unser gesamtes Modell nicht mehr.” Beim 1:2 beim VfB Stuttgart II bot Trainer Markus Kauczinski zwei Eigengewächse auf: Loris Husic und Clemens Lippmann.
Zur ganzen Wahrheit gehört aber auch: In den letzten acht Jahren haben nur fünf Spieler den direkten Weg aus dem NLZ und den Löwen-Profis in Spielklassen oberhalb der Dritten Liga geschafft - Leandro Morgalla (VfL Bochum), Marius Wörl (Arminia Bielefeld), Leon Klassen (Grazer AK), Lino Tempelmann (Eintracht Braunschweig) und Lukas Reich (Greuther Fürth). Kilian Fischer, 2019 noch A-Jugend-Kapitän des TSV, wurde an der Grünwalder Straße 114 für nicht gut genug befunden und aussortiert. Über Türkgücü und Nürnberg arbeitete sich der Verteidiger schließlich in die Bundesliga - zum VfL Wolfsburg.






